Plan International verhöhnt Spender, Öffentlichkeit und misshandelte Patenkinder

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 Falsche Werbe-Versprechen vs. Duldung schwerer Kinderrechtsverletzungen

Hamburg, den 19.04.2011: Plan International gehört neben World Vision, Kindernothilfe und ChildFund zu jenen Vereinen, die seit 2009 im Rahmen der Patenmädchen-Kampagne von tausenden Menschen kritisiert werden für ihre Weigerung, insgesamt fast eine halbe Million Patenmädchen vor Genitalverstümmelung zu schützen.

Seitdem rechtfertigt Plan International die Duldung gegenüber der Verstümmelungsgewalt mit kulturrelativistischen und paternalistischen Aussagen, präsentiert aber neuerdings Besuchern der Website folgende Überschrift zum Thema Genitalverstümmelung:

Plan schützt Mädchen – Plan setzt sich massiv für die Beendigung dieser gewaltsamen Praktik ein“.

Mit dieser nachweislich falschen Werbe-Aussage wird es für die Öffentlichkeit und die Spender fast unmöglich, ohne fundiertes Hintergrundwissen den tatsächlichen Betrug zu erkennen. In der Praxis erhalten die Patenmädchen eben keinen Schutz, sondern werden unter dem Deckmantel eines sogenannten „partnerschaftlichen, respektvollen Dialogs“ der Verstümmelung überlassen:

Plan International Deutschland e.V. vermittelt allein bis zu 240.000 Patenmädchen aus 15 Ländern, in denen bis zu 90% aller Mädchen genitalverstümmelt werden (wie Ägypten, Äthiopien oder Mali und Sudan). Für diese Kinder zahlen gutmeinende Menschen rund 72 Mio. Euro pro Jahr.

Der Verein ist aber nicht bereit, den Verzicht auf Genitalverstümmelungen in seinen Förderkriterien festzuschreiben und von den Empfängergemeinden einzufordern, geschweige denn eine Unversehrtheitskontrolle der Kinder in die jährlichen medizinischen Untersuchungen zu integrieren.

Lediglich 3,5% der durch die gefährdeten Patenmädchen eingenommenen Spenden wird in Projekte zur Abschaffung dieser Gewalt investiert. Projekte, die dem Problem aber aufgrund verfehlter Ansätze nicht gerecht werden und bisher keine belastbaren Wirksamkeitsnachweise erbracht haben, im Gegenteil: Die vereinzelten Maßnahmen bieten keinen Schutz, denn hier wird seit Jahrzehnten mit „Aufklärung“ und „kultursensiblem Dialog“ die Genitalverstümmelung legitimiert, die Täter entmündigt und die Gewalt aufrecht erhalten.

Der Verein duldet die schwere Menschenrechtsverletzung der Genitalverstümmelung durch vorsätzliche Unterlassung von Schutz. Diese Duldungspolitik verstößt gegen eine Vielzahl afrikanischer und internationaler Konventionen, z.B. die UN-Kinderrechtskonvention.

Plan International missbraucht zusätzlich das Vertrauen der Spenderinnen und Spender durch die bewusste Platzierung der falschen Werbebotschaft, dass eine Patenschaft das gesunde Aufwachsen der Kinder sichere.

Umso mehr liegt es in der Verantwortung der Gesellschaft, gezielt nachzufragen und mit aller Vehemenz eine Änderung dieser Politik einzufordern: www.patenmaedchen.de/petition

TaskForce für effektive Prävention von Genitalverstümmelung e.V.

Telefon: 01803 – 767 346 (9 ct/min aus dem deutschen Festnetz, Mobil max. 42 ct/min)

E-Mail: info@taskforcefgm.dewww.taskforcefgm.de

Weitere Informationen zu dem Thema:

Patenmädchen-Kampagne: Forderungen der TaskForce zum Schutz vor Genitalverstümmelung

Betrug an Spendern – Patenkindorganisationen dulden weiter Genitalverstümmelung

Duldung von Genitalverstümmelung an Patenmädchen: Immer mehr Spender kündigen ihre Patenschaft

Plan Internationa, die Duldung von Genitalverstümmelung & Erkenntnisresistenz par excellence

Wie bitte? Wir sollen die Unterlassung von Hilfe und Schutz respektieren?

 

58 Comments

  1. itsy sagt:

    Ich musste es zweimal lesen. Ich finde es gelinde gesagt so schrecklich, daß mir keine Worte dazu einfallen.
    Gerade von einer Patenschaft bzw so einer Organisation erwarte ich , daß sie Kinder schützt. Meiner Meinung nach
    vereinbart es sich nicht. Für Kinder stark zu machen aber nicht im Ganzen sondern nur im Halben.

    Ich bin enttäuscht.

    • Waltraud Mayer-Hintz sagt:

      Ich bin vor Jahren diesem Verein beigetreten und dann verhältnismäßig schnell wieder raus.
      Ich wurde fast auf unmögliche Art und Weise telefonisch fast beschimpft.
      Ich habe mich in dieser Zeit über den Verein ausgiebig informiert und dieses war alles sehr undurchdichrig.

  2. Grit sagt:

    …ich bin aus diesem Grund aus PLAN ausgetreten und habe meine Patenschaft gekündigt..außerdem scheint das Mädchen,das ich unterstützt habe,nicht zu existieren…

    • TaskForce sagt:

      Liebe Grit,

      dankeschön für Ihr Statement und dafür, mit der Kündigung Ihrer Patenschaft das klare Signal an Plan International gerichtet zu haben, dass Sie die Duldung von Genitalverstümmelung durch Unterlassung von Schutz nicht unterstützen.
      Wie Sie in dem Dokument hier sehen können, teilen Sie dieses konsequente Handeln mit einer ganzen Reihe anderer Spender/innen: http://www.patenmaedchen.de/PDF/Reaktionen_deutsch.pdf

      Viele Grüße
      Ines aus dem TaskForce-Team

      • Josef Schmitz sagt:

        Warum gibt es keine aktuellen Lesermeinungen? Diese hier sind Jahrealt….?

        • taskforce sagt:

          Hallo Herr Schmitz – vielleicht liegt es daran, dass der Artikel bereits vor Jahren erschien? Schlimm genug, dass er nach wie vor seine Gültigkeit hat und aktueller den je ist. Denn Plan hat seine Politik nicht geändert…

          • Wolfgang Förster sagt:

            Wir besuchen unser Patenkind und unsere finanziell unterstützten Projekte regelmäßig.
            Stellen immer wieder fest das Plan eine Gute Arbeit macht.

          • taskforce sagt:

            Lieber Wolfgang Förster,

            wollen Sie allen Ernstes behaupten, es sei „gute Arbeit“, tausende Mädchen einer so massiven Gewalt wie der Genitalverstümmelung zu überlassen, obwohl sie mit einfachen Mitteln sicher und messbar geschützt werden können? Geht es eigentlich zynischer? Wohl kaum.

    • Jack sagt:

      Auch ich bin enttäuscht aber deswegen werde ich doch nicht noch das Kind noch enttäuschen Und zurücktreten.
      J.

    • Sprathoff sagt:

      Habe eine Patenschaft bei Plan,das man Geschencke an das Patenkind apwiegen muss und 150Gr.Nicht überschreiten darf.Das der Weg zum Patenkind extrem ein langen weg hinter Sich bringt! Das man Antwort Briefe vom Patenkind sehr kurz sind und von den Geschenken kein Wort im Brief vermerkt würd find ich schon Nachdenklich.Hinzu kommt das man Plan nicht Positiv bewerten kann.

    • Volker Bruns sagt:

      Zu behaubten das Plan nicht gegen die Beschneidung vorgeht ist einfach erlogen. Ich bin zeit über 15 Jahre bei Plan und habe offtgenug imm Rechenschaftsbericht von Plan mitbekommen wie sich Plan auch mit viel gespendeten Geld gegen verstümmelung von Mädchen eisetzt. Aber diese schreckliche Kultur in vielen Länden die jahrhunderte alt ist ,ist nicht von Heute auf morgen zu ändern . Ich habe auch schon mehre meiner Patenkinder in verschiedenen Länder besucht und war überascht was sich durch Plan in den Dörfern meiner Patenkider verändert hat. Ich möchte von TaskForce (von dieser Organisation habe ich noch niewas gehört oder gelesn) was sie den in diesen Ländern wo Verstümmelung immer noch kulturell geduldet wird geleistet hat. Oder ist TaskForce eine Organisation die der AFD nahesteht

      • taskforce sagt:

        Herr Bruns,

        bezugnehmend auf Ihre Einlassungen teilen wir Ihnen gerne folgendes mit:

        1.) Die TaskForce ist politisch unabhängig und wendet sich mit ihrer Forderung zur Umsetzung wirksamer Schutzmaßnahmen stets an ALLE Fraktionen.
        2.) Es geht hier nicht um „Beschneidung“ – sondern um Genitalverstümmelung! Wer schon sprachlich das Thema verfehlt, wird kaum zu richtigen Schlüssen gelangen. Gerne auch hier dazu lesen: https://www.taskforcefgm.de/situation/sprache/deklaration-zur-terminologie-genitalverstuemmelung/
        3.) Bevor Sie das Vorgehen von Plan International verteidigen, sollten Sie zumindest unsere Informationen lesen. Haben Sie den Artikel gelesen? Auch verstanden? Wohl eher nicht: Denn es geht ja nicht darum, ob und inwieweit Plan Spendengelder Spendengelder in (weitgehend unwirksame) Projekte investiert und sich dann auf die Fahne schreibt: „Wir tun etwas gegen Genitalverstümmelung“. Vielmehr DULDET der Verein die Verstümmelug tausender Patenkinder durch Unterlassung der mindesten Schutzstandards: „Der Verein ist aber nicht bereit, den Verzicht auf Genitalverstümmelungen in seinen Förderkriterien festzuschreiben und von den Empfängergemeinden einzufordern, geschweige denn eine Unversehrtheitskontrolle der Kinder in die jährlichen medizinischen Untersuchungen zu integrieren.“ Gerne auch noch einmal hier ausführlicher: https://blog.taskforcefgm.de/2011/11/plan-international-die-duldung-von-genitalverstummelung-an-patenmadchen-nicht-enden-wollende-erkenntnisresistenz/
        Es mag Menschen geben, denen ist es egal, dass die Patenkinder dieser schweren Gewalt unterworfen werden, obwohl sie mit den o.g. einfachen Maßnahmen ebenso wirksam wie messbar geschützt werden können. Aber für eine wachsende Zahl an Menschen ist dieses Verhalten nicht hinnehmbar. Und das ist gut so.

        • Arno Nym sagt:

          Was sind Sie für ein hochmütiger Knallkopf? Ein Interessent fragt nach, und sie haben nichts als Vorwürfe und Beschimpfungen für ihn übrig? Wie wollen Sie denn mit dieser Einstellung Menschen überzeugen?

  3. Michael Kosta sagt:

    Vorab, ich finde die weibliche Beschneidung genauso unmenschlich und abstoßend wie Sie. Nur sehe ich auf Ihrer Homepage nicht, was das mit Bildung von unterprivilegierten Kindern zu tun hat und was Sie i.P. Kinderbildung in der Dritten Welt erreicht haben.

    Kritisieren Sie, dass „Die Plan“ als eine weltweite Organisation zu wenig für ihren Ziel – Zugang zur Bildung für Kinder aus der Dritten Welt – tut, oder dass sie sich nicht ausreichend gegen weibliche Beschneidung engagiert?

    Ich freu mich auf Ihre Antwort, Gruß aus Berlin
    M. Kosta

    • TaskForce sagt:

      Sehr geehrter Herr Kosta,

      die Antwort auf Ihre Frage, was konkret wir an der Politik von Plan International kritisieren, steht recht deutlich im Artikel oben, aber gerne fassen wir es noch einmal für Sie zusammen:

      – Duldung der schweren Gewalt der Genitalverstümmelung an knapp einer viertel Million Patenmädchen, die zur Spendenakquise vermarktet werden,
      – vorsätzliche Unterlassung wirksamer Schutzmaßnahmen,
      – Rechtfertigung dieser menschenverachtenden Duldungspolitik mit paternalistischen und kulturrelativistischen Phrasen,
      – Betrug tausender Spender durch falsche Werbeaussagen,
      – Verstoß gegen zahlreiche afrikanische und internationale Konventionen,
      – Legitimierung der Verstümmelungen,
      – Entmündigung der Täter und
      – Aufrechterhaltung Verstümmelungs-Gewalt.

      Sie fragen, was dies mit Bildung zu tun hat? Nun – im Grunde gar nichts, da Genitalverstümmelungen – ebenso wie andere Gewaltverbrechen auch – unabhängig vom Bildungsstand der Täter verübt werden, siehe auch http://www.taskforcefgm.de/2011/07/english-why-the-approach-of-education-and-information-leads-to-complicity-in-female-genital-mutilation/

      Doch wer in paternalistischer Manier falsche Prioritäten setzt – z.B. indem er wie Plan International uvm. Schulen baut oder Ausbildungen finanziert, ohne gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Kinder unversehrt diese Möglichkeiten wahrnehmen können, festigt die hemmenden Strukturen und verhindert Entwicklung und schadet sowohl den Empfängern als auch Gebern/Spendern, siehe auch: http://xn--patenmdchen-blog-0nb.de/2009/12/entwicklungshilfe-verhindert-nachhaltige-entwicklung/

      Waris Dirie, eines der prominentesten Verstümmelungsopfer und Aktivistin, die sich seit mehr als einem Jahrzehnt für ein Ende der Verstümmelungen einsetzt, schrieb in diesem Zusammenhang:

      „Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass Genitalverstümmelung etwas so Furchtbares bedeutet, dass es mit nichts wieder gut gemacht werden kann – und auch nicht mit sauberem Trinkwasser, Impfungen oder Schulbesuchen aufgewogen werden kann. Wer behauptet, die Lebenssituation von Kindern verbessern zu wollen, aber gleichzeitig versäumt, sie vor Genitalverstümmelung zu schützen, muss sein Ziel verfehlen…“

      Konditionierte Entwicklungshilfe ist der Schlüssel: Bildung muss mit wirksamem Schutz vor systematischen Gewaltverbrechen wie Genitalverstümmelung einhergehen – erst dann kann nachhaltige Entwicklung stattfinden. Die Organisation saida International (http://saida-international.de/projekte) setzt diesen Ansatz bereits erfolgreich um.

      Zum Glück erkennen immer mehr Spender, dass die Betrugs- und Gewaltduldungspolitik von Plan International, World Vision & Co. zu keinerlei Entwicklung führt sondern massiven Schaden (für die Kinder und die gesamte Gesellschaft) anrichtet und stellen ihre Unterstützung ein, siehe auch http://www.taskforcefgm.de/2012/08/duldung-von-genitalverstummelung-an-patenmadchen-immer-mehr-spender-kundigen/

      Mit freundlichen Grüßen,
      das TaskForce-Team

      P.S.: Wenn Sie Genitalverstümmelung „unmenschlich und abstoßend“ finden, wäre es angemessen, diese Gewalt beim korrekten Begriff Genitalverstümmelung zu nennen und nicht mit verharmlosenden Begriffen wie „Beschneidung“ zu trivialisieren. (siehe auch http://www.taskforcefgm.de/situation/macht-der-sprache/)

  4. Heiko Lorkowski sagt:

    Haben Sie schon überlegt , was gegen die Genitalverstümmelung von Jungen in Deutschland und überall in der Welt , die jetzt sogar in Deutschlang gesetzlich geregelt werden soll , getan werden kann ?

    Mit freundlichen Grüßen

    H.Lorkowski

  5. alf einstein sagt:

    Das Internet kann auch ein Segen sei, wen es darum geht die Lug und Betrugsmaschen der Firmen,Konzerne,“Hilfsorganisationen auf zudecken und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen!
    Es ist gut zu Wissen, dass auch diese verlogene „Hilfs“-Organisation an den Öffentlichkeits-Pranger steht.

    Drum wer spendet, sich immer erst an die Internetseiten mit WARNUNGEN wendet!

  6. CH770 sagt:

    Schön, inwieweit sind denn diese „Erkenntnisse“ verifiziert? Wie äußern sich die „am Öffentlichkeits-Pranger“ stehendenden Organisationen dazu?
    Und vor allem: WAS ist nach Meinung des TaskForce-Teams eine sinnvolle Alternative? Keine Patenschaften übernehmen?
    Ich fände es hilfreich, wenn dieses furchtbare Thema nicht nur zur Verurteilung von Hilfsorganisationen führen würde, sondern auch gangbare Alternativen aufzeigte…

    • TaskForce sagt:

      Die Fakten sind unbestritten, da alle genannten Organisation selbst zugeben, dass sie die Mädchen der Verstümmelung überlassen und nicht bereit sind, sie wirksam zu schützen. Alle Hintergründe gibt es hier: http://www.patenmaedchen.de

      Für alle, die es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können, die menschenverachtende Duldungspolitik der Organisationen im Zuge einer Patenschaft zu finanzieren, ist derzeit die Kündigung der Patenschaft tatsächlich die beste Lösung – auch für die Kinder, siehe http://www.taskforcefgm.de/2012/08/duldung-von-genitalverstummelung-an-patenmadchen-immer-mehr-spender-kundigen/

      Unsere massive Kritik an den Organisationen bezieht sich ja gerade auf deren Weigerung, einfache, lebensrettende und höchst wirksame Alternativen im Rahmen konditionierter Entwicklungshilfe endlich umzusetzen – insbesondere Unversehrtheitskontrollen – mit denen andere Organisationen bereits dafür sorgen, dass Mädchen unversehrt aufwachsen können! (siehe auch Artikel über die Kündigungen).

      • Monika Fricke sagt:

        Ja, das alles ist ganz furchtbar! Aber was ich nicht verstehe: Wie stellen Sie sich denn den „Schutz“ dieser Mädchen vor? Was könnten/sollten die erwähnten Organisation konkret (!) für die Mädchen tun? Das lese ich hier nirgends.

        • taskforce sagt:

          Liebe Monika – oh doch, wir haben ganz konkrete Möglichkeiten erarbeitet, mit denen im Grunde JEDE Organisation, aber insbesondere die Patenkindorganisationen, den Schutz der Kinder sicherstellen können – und die Wirksamkeit kontrollieren können!
          Im Rahmen unserer Patenmädchen-Kampagne haben wir die Schutzmaßnahmen vorgestellt. Sie können sie hier lesen: http://patenmaedchen.de/die_loesung.html

          Es gilt dabei zunächst, die Unversehrtheit der Mädchen in den Förderkriterien zu verankern und aktiv bei den (i.d.R. männlichen) Entscheidern, z.B. Dorfältesten etc. einzufordern – denn DER entscheidet, ob die Verstümmelungen in einer Gemeinde fortgeführt werden oder nicht!
          Dann muss in regelmäßigen Unversehrtheitskontrollen (z.B. im Rahmen jährlicher medizinischer CheckUps) kontrolliert werden, ob die Kriterien eingehalten werden, die Mädchen tatsächlich unverstümmelt aufwachsen.
          Sollte der Vereinbarung zuwider gehandelt und Verstümmelungen identifiziert werden, gilt es konsequente Sanktionen bis hin zur Aufgabe der Zusammenarbeit umzusetzen. Auf diese Weise entsteht ein positiver Gruppendruck – denn wer will schon dafür verantwortlich sein, dass die Hilfe eingestellt wird…

  7. Laura sagt:

    Ich finde natürlich, dass Sie absolut Recht haben und dass unbedingt etwas gegen diese Verstümmelungen unternommen werden muss.
    Allerdings finde ich, dasd es keine gute Idee ist, die Organisation dermaßen schlecht zu reden. Immerhin tut sie immernoch mehr für arme Kinder als wir alle hier, die wir uns beschweren.
    Vielleicht haben durch diesen Artikel schon einige Kinder ihren Paten verloren, was heißt, dass sie nun genitalverstümmelt UND zu arm für Bildung Nahrung etc ist.
    Und ganz ehrlich, auch wenn es makaber klingt, ein Kind mit Genitalverstümmelung mit Möglichkeiten für Nahrung und Bildung ist immernoch besser als ein Kind mit Genitalverstümmelung ohne Nahrung u Bildung.
    Außerdem ist es SICHER nicht so, dass die Organisation es gut findet. Sicher haben sie schon versucht, etwas dagegen zu unternehmen aber besonders in ärmeren Gegenden ist der Hang zu Traditionen oder Religion extrem stark ausgeprägt und vllt wären die Familien eher dazu bereit, sich von der Organisation zu trennen, als mit diesem Brauch zu brechen.
    Ich weiß Menschen suchen gerne einen Sündenbock, aber die Sache ist meist komplizierter als es aussieht. Deswegen sollte man lieber etwas vorsichtig sein, bevor man eine der wenigen wohlwollenden Organisationen derart niederschlägt.
    Vielleicht kann man sich ja gehen die „Beschneidung“ einsetzen, ohne dabei jemanden zu vernichten.

    Mfg Laura

    • taskforce sagt:

      Hallo Laura,

      es ist immer wieder erschreckend, mit welchem Maß an Empathielosigkeit und westlicher Arroganz sich gerade Frauen zum Thema Genitalverstümmelung äußern. Oder wie kann man sich darin versteigen, die Prioritäten zum Nachteil der körperlichen Unversehrtheit zu setzen und die Genitalverstümmelung mit „Nahrung und Bildung“ aufzuwiegen wie in Ihrer Aussage „ein Kind mit Genitalverstümmelung mit Möglichkeiten für Nahrung und Bildung ist immer noch besser als ein Kind mit Genitalverstümmelung ohne Nahrung u Bildung.“?

      Für Überlebende der Verstümmelungsgewalt wie Waris Dirie muss sich eine solche Herabwürdigung ihres Leids wie ein Schlag ins Gesicht anfühlen, denn sie erklärt:

      „Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass Genitalverstümmelung etwas so Furchtbares bedeutet, dass es mit nichts wieder gut gemacht werden kann – und auch nicht mit sauberem Trinkwasser, Impfungen oder Schulbesuchen aufgewogen werden kann. Wer behauptet, die Lebenssituation von Kindern verbessern zu wollen, aber gleichzeitig versäumt, sie vor Genitalverstümmelung zu schützen, muss sein Ziel verfehlen.“
      Und Maasai-Frau aus Kenia, die wie 90% der Mädchen dieses Stammes der Verstümmelung unterworfen wurde, fragt:

      „Wie soll ein Mädchen, das Schmerzen hat, weil ihm die Genitalien abgeschnitten wurden, sich über sauberes Wasser oder Impfungen freuen können?…“

      Die Frage, wie „Plan denn vorgehen“ sollte, haben wir in unserer vor über 10 Jahren lancierten Patenmaedchen-Kampagne ausführlich erörtert, siehe hier.
      Der Schlüssel zum Erfolg heißt mithin „konditionierte Entwicklungshilfe“ und beinhaltet drei ebenso simple wie wirksame Maßnahmen:

      – die Unversehrtheit der Kinder durch die Organisationen aktiv bei den örtlichen Entscheidungsträgern einzufordern,
      – in den Förderrichtlinien und -bedingungen festzuschreiben (und damit ausschließen, dass Gemeinden unterstützt werden, deren Entscheider auf die Fortführung der Gewalt bestehen und damit deutlich signalisieren, dass keine Entwicklung gewünscht ist),
      – regelmäßig durch Unversehrtheitskontrollen zu verifizieren.

      So einfach. So wirksam. So nachhaltig.

      Indem Plan International, World Vision, Kindernothilfe und ChildFund etc. den akut gefährdeten Mädchen die grundlegensten Schutzstandards verweigern – weil ihr „anderer Ansatz“ den nicht vorsieht, d.h. sie den Schutz nicht einfordern wollen, nicht in ihren Förder-Kriterien festschreiben wollen und nicht regelmäßig überprüfen wollen – nehmen sie billigend in Kauf bzw. dulden sie, dass tagtäglich diese Verbrechen in ihren Projekten verübt werden.

      Gleichzeitig betrügen sie die Spender mit falschen Werbeaussagen wie z.B. „Plan schützt Mädchen“ oder „Plan sorgt dafür, dass Mädchen wie Zaria aus Togo gesund aufwachsen können“. (= Täuschung / Hervorrufen eines Irrtums mit dem Ziel, eine Vermögensverfügung/Spende zu erhalten = Betrug)

      Ein solches Fehlverhalten sowie dessen Förderung und finanzielle Unterstützung in der Öffentlichkeit schonungslos und deutlich zu benennen, zu kritisieren und vor allem effektive Lösungen aufzuzeigen ist das Mindeste, was die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung gebietet.

      Fakt ist, dass solange Vereine wie Plan International auf empathielose, kulturrelativistische westliche Unterstützer zählen können, die es OK finden, dass kleinen Mädchen die Genitalien abgeschnitten werden (ist halt „ein alter Brauch und Kultur“) anstatt sie wirksam zu schützen, es keine Entwicklung geben kann – weder zugunsten der misshandelten Mädchen und Frauen noch zugunsten der gesamten Gesellschaft.

  8. […] fatalen “Irrweg der Aufklärung” Gelder, Ressourcen, Energie vergeuden und damit das Vertrauen der SpenderInnen missbrauchen. Das geht so weit, dass sie den Verstümmelungs-TäterInnen zu Wohlstand verhelfen, anstatt die […]

  9. v sagt:

    Der Artikel gibt genau wieder was ich mit Plan erlebt habe. Mir wurde nicht nur mehrfach nahegelegt , Gegenstände aus dem Planshop und nicht Selbstgekauftes an das Kind zu schicken. Auch die Weigerung, mir mitzuteilen ob mein Patenkind in die Schule gehe, war mehr als befremdlich. Das Kind war auch mit 8 Jahren noch nicht in der Schule, obwohl in Briefen an mich die Eltern wiederholt nachfragten. Ich habe die Kommunikation mit Plan als hauptsächlich auf Kommerz ausgerichtet erlebt und war deshalb auch nicht sehr überrascht, als ich nach wiederholter Nachfrage herausfand, dass mein Patenkindund und seine Familie bereits ein Jahr zuvor aus dem Projektgebiet gezogen waren. Die Briefe an mich – mit angeblichen selbstgemalten Bildern von Fahmi – waren gefälscht und mit Wissen von Plan Deutschland im Projektgebiet erstellt. Ich würde heute gerne wissen, wie es meinem Patenkind auf Java heute geht. Er war 2 als ich die Patenschaft übernahm und 8 als wir sie beendet haben. Es ist unglaublich traurig!

  10. drpfirrmann sagt:

    Frage : was sagt Plan zu diesen Vorwürfen ?

    • TaskForce sagt:

      Plan weigert sich nach wie vor, die Mädchen zu schützen und verteidigt seine Duldungspolitik in der Öffentlichkeit und gegenüber Spendern und Interessierten – z.B. wenn Sie selbst einmal bei Plan nachfragen.
      „Plan International konnte bisher keinen schlüssigen Grund vorbringen, weshalb die Umsetzung von Sanktionen im Fall verübter Genitalverstümmelungen in den eigenen Projekten keine Wirkung im Sinne sofortigen, messbaren Schutzes zeigen könnte – zumal der Verein bislang noch nicht einmal den Versuch unternommen hat, diese Strategie umzusetzen.“ Einige Rechtfertigungen haben wir hier zusammengetragen.

  11. Lenni sagt:

    Wurde gestern Mittag auf der Straße von einer jungen Damen der Plan angesprochen.
    Obwohl ich sehr blauäugig an die Sache ran gegangen bin, hat es nicht lange gedauert bis ich bemerkt habe dass irgendwas faul zu sein scheint.

    Ich hätte mich zu diesem Thema nicht weiter informiert wenn das Gespräch dass ich mit der Dame nicht dermaßen seltsam gewesen wäre.

    Als ich meinte ich helfe gerne aber dass ich meine Bankdaten nicht einfach so auf der Straße auf ein Blatt Papier setze und mal eben schnell eine Patenschaft übernehme ohne davor zu recherchieren wurde die Dame gegenüber direkt unverschämt.

    Ich bot der Dame an dass Sie mir Bankdaten geben könne und ich mich nachdem ich mich schlau gemacht habe eine Spende abgeben würde.
    Darauf wollte Sie nicht eingehen.
    Es sei einfach nicht möglich.

    Dann bot ich ihr an dass Sie mir das Formular zur Patenschaft mitgeben könne, ich es mir in Ruhe anschaue und dann nochmal den Stand besuche.
    Sie konnte es mir nicht mitgeben da das Papier zu teuer wäre um es den Leuten mitzugeben.
    Was????

    Ich sagte ihr wenn die Plan suverän ist, würde ich eine Patenschaft übernehmen und somit die paar cent für das Papier mitbezahlen.

    So oder so… was ist denn das für eine Argumentation?

    Ich denke ich habe eine freundliche Art an mir und kann mit gutem Gewissen sagen dass ich mir nichts anmerken lassen habe und bis zu letzt nett zu der Frau war.

    Sie wollte unbedingt dass ich meine Bankdaten drauf setze und unterschreibe.
    Ich hätte einen mindestbetrag von—- zahlen müssen.
    Diesen glaub Monatlich bis ich das „Abo“ wieder kündige.
    Wollte ich nicht machen.. aber trotzdem wollte ich mich schlau machen und etwas spenden sobald ich mir die Plan genauer angeschaut habe.

    Naja aber jetzt.. no way!
    Sie wurde unverschämt und sagte dann(warscheinlich etwas unüberlegt) ich soll das Blatt auf dem mein Namen steht zerreisen.

    als ich ihr versuchte klar zu machen dass das absolut wiedersprüchlich ist was Sie versucht mir aufzutischen hat Sie mich abgewimmelt….
    Erst darf Sie es mir nicht mitgeben weil es zu teuer ist und dann soll ich es zerreisen

    naja eigentlich kam ich mit dem Gedanken an den Stand etwas zu Spenden 😀

    Und dann finde ich diesen Artikel…

    Unverschämt!!!!!!!!!!!!!!

  12. Monika Landau sagt:

    Ich bin entsetzt, dachte ein Mädchen in Mali genau vor dieser perfiden Art von „Leben nehmen“ zu retten. Werde meine Patenschaft sofort kündigen. Danke.

  13. Agi sagt:

    Ich bin bis aufs Mark erschrocken!
    Gibt es denn eine sehr gute Alternative ?

    Ich bin sehr dankbar wenn mir jemand eine seriöse Adresse geben kann wo es um echte Patenschaften geht die auch Mädchen in ihrem Recht der Unversehrtheit schützen!!
    Tausend Dank für einen Hinweis und tausend Dank für die Aufklärung!

  14. Passion sagt:

    Was ich gehört habe werden diese Spendengelder veruntreut und die Versprechungen die an die Spender nicht eingehalten, es werden sogar Tötungen vorgenommen.

  15. Maria sagt:

    So. Jetzt muss ich dazu einfach mal was loswerden. Ich spende seit Jahren für Plan und habe mein Patenkind auch schon besucht und bin einfach begeistert von der Arbeit von Plan, die wirklich effektiv das Leben meines Patenkindes verbessert.

    Wie sollte Plan denn bitte sonst vorgehen? Das Kind aus der Familie herausreißen um es aktiv davor zu schützen? Natürlich ist Genitalverstümmelung ein ernstes Thema, aber ebenso ein Jahrhunderte alter Brauch und Teil einer Kultur. Das geht nicht von heute auf morgen einfach zu beenden.
    Ich habe kulturanthropologie und Erziehungswissenschaften studiert und arbeite seit 7 Jahren genau in diesem Bereich und so ein Beitrag, der den Namen einer seriösen, transparenten und wirklich gut arbeitenden Hilfsorganisation in den Dreck zieht ist einfach nicht vertretbar.
    Ich hoffe dass die Menschen, die diesen Beitrag lesen sich nicht von der hetzerischen Schreibweise überzeugen lassen und selbst nachdenken.
    Ohne Frage ist Genitalverstümmelung schrecklich, aber hier muss langsam, Schritt für Schritt eine Jahrhunderte alte Kultur davon überzeugt werden.

    Und nebenbei hat Plan International an den Kinderrechtskoventionen der UN mitgeschrieben, weil sie seit Jahrzehnten top Arbeit leisten.

    Informiert euch richtig!

    • taskforce sagt:

      Hallo Maria,

      die Aufforderung, sich „richtig“ zu informieren, geben wir gerne an Dich zurück, denn offenbar mangelt es Deinerseits ebenso an grundlegendem Fachwissen wie an Empathie – wobei letzteres auf einen Mangel an SocialSkills deutet und leider nicht einmal durch Fakten zu erwerben ist:

      1. Von einer „wirklichen und effektiven Verbesserung des Lebens des Patenkindes“ (=stammt diese Formulierung direkt aus einem Plan-Werbeprospekt?) kann natürlich KEINE Rede sein, wenn es nicht einmal vor einer so schweren Gewalthandlung wie der Genitalverstümmelung geschützt wird! Waris Dirie, promintente Überlebende einer Genitalverstümmelung, bringt diese Tatsache auf den Punkt:

      „Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass Genitalverstümmelung etwas so Furchtbares bedeutet, dass es mit nichts wieder gut gemacht werden kann – und auch nicht mit sauberem Trinkwasser, Impfungen oder Schulbesuchen aufgewogen werden kann. Wer behauptet, die Lebenssituation von Kindern verbessern zu wollen, aber gleichzeitig versäumt, sie vor Genitalverstümmelung zu schützen, muss sein Ziel verfehlen.“

      2. Die Verbrämung schwerer kollektiver Gewaltverbrechen wie der Genitalverstümmelung als „Kultur und Tradition“ ist seit Jahrzehnten Ausdruck des im Westen nach wie vor verbreiteten, zutiefst rassistischen Kukturrelativismus, auf dem auch die Duldungspolitik von Vereinen wie Plan International beruht, ebenso wie Deine „kulturanthropologische“ Denke: Denn niemand, der die Verstümmelungen im Kontext ihrer Gewaltsystematik begreift, käme auf die mit Verlaub absurde Idee, Voraussetzung für die Beendigung der Verstümmelungsgewalt sei eine entsprechende „Überzeugung“ der Täter (siehe auch Warum „Information und Aufklärung“ im Kampf gegen Genitalverstümmelung nicht zum Ziel führt – und wie sich der Westen damit zum Komplizen macht“ https://www.taskforcefgm.de/2011/07/english-why-the-approach-of-education-and-information-leads-to-complicity-in-female-genital-mutilation/).
      Die in ihrer Systematik identische Kollektivgewalt der Füßeverstümmelungen in China hat deutlich gezeigt, dass – nachdem sämtliche langwierigen „Überzeugungsversuche“ kläglich gescheitert waren – allein die ernstgemeinte Ächtung und Bestrafung ein Ende der Gewalt herbeigeführt hat, und zwar quasi „von heute auf morgen“…

      3. Die Frage, wie „Plan denn vorgehen“ sollte, haben wir in unserer vor über 10 Jahren lancierten Patenmaedchen-Kampagne ausführlich erörtert, siehe http://patenmaedchen.de/PDF/25Schritte_zum_Schutz.pdf
      Der Schlüssel zum Erfolg heißt mithin „konditionierte Entwicklungshilfe“ und beeinhaltet drei ebenso simple wie wirksame Maßnahmen:

      – die Unversehrtheit der Kinder durch die Organisationen aktiv bei den örtlichen Entscheidungsträgern einzufordern,
      – in den Förderrichtlinien und -bedingungen festzuschreiben (und damit ausschließen, dass Gemeinden unterstützt werden, deren Entscheider auf die Fortführung der Gewalt bestehen und damit deutlich signalisieren, dass keine Entwicklung gewünscht ist),
      – regelmäßig durch Unversehrtheitskontrollen zu verifizieren.

      So einfach. So wirksam. So nachhaltig.

      4. Ein kurzer Blick auf „Plan“ und die „UN-Kinderrechtskonvention“: Nun, diese Konvention darf mit Fug und Recht als „schlechter Witz“ eines Gremiums bewertet werden, das sich NOCH NIE ernsthaft für Kinder- oder Frauenrechte stark gemacht hat, im Gegenteil: UN-Organisationen wie UNICEF lehnten es jahrzehntelang ab, Verbrechen die Genitalverstümmelung an Mädchen auch nur zu benennen und beschränken sich nach wie vor auf halbherzige Lippenbekenntnisse und die Versenkung von Millionen an Hilfsgeldern in wirkungslose „Aufklärungskampagnen“, anstatt endlich wirksame Schutzmaßnahmen einzufordern und in den eigenen Projekten umzusetzen.

      Was die UN selbst und ihr Verhältnis zu Menschenrechten betrifft, so reicht ein Blick auf den sog. „Menschenrechtsrat“, den die USA 2018 verließen, da „die schlimmsten Menschenrechtsverletzer der Welt als Mitgliedsstaaten im Rat säßen“ – in dem sich Folter- und Schurkenstaaten (wie Saudi Arabien, Nigeria, Sudan, Iran und Venezuela) gegenseitig „Freibriefe“ ausstellen (siehe z.B. https://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/videos-und-manuskripte/un-menschenrechtsrat-100.html) um zumindest einen bitteren Lachanfall zu bekommen. Geht es absurder?
      Dass ein Verein wie Plan International, der die Verstümmelung tausender Mädchen duldet, die für monetäre Zwecke als Patenkinder vermarktet werden, sich in der UN an jenen überflüssigen „Konventionen“ beteiligen darf, passt da perfekt ins Bild.

      Fakt ist, dass solange Vereine wie Plan International auf empathielose, kulturrelativistische westliche Unterstützer zählen können, die es OK finden, dass kleinen Mädchen die Genitalien abgeschnitten werden (ist halt „ein alter Brauch und Kultur“) anstatt sie wirksam zu schützen, es keine Entwicklung geben kann – weder zugunsten der misshandelten Mädchen und Frauen noch zugunsten der gesamten Gesellschaft.

  16. Maria sagt:

    Ich finde es traurig, dass mein Post hier nicht veröffentlicht wird 🙂 zeigt dass diese Seite sehr unseriös ist. Plan macht wirklich tolle Arbeit, lasst euch von dieser Seite nicjt verarschen! Man kann Mädchen nicht aktiv vor Beschneidung schützen. Punkt.

  17. RABIA sagt:

    Hallo Leute,
    Ich bin jetzt sehr sehr enttäuscht darüber, was ich hier gelesen habe.
    Ich habe echt jetzt das Gefühl das ich Mist gebaut habe, da ich meine Bankdaten eingegeben habe. Es ist vor ein paar Stunden passiert.
    Könnte ich sofort Widerspruch einlegen? Wäre nett wenn mir mal einer helfen würde.

  18. Mathias sagt:

    Ich bin gerade auf der Suche nach einer guten Organisation für die Übernahme einer Kinderpatenschaft. Eigentlich fand ich Plan International bisher ganz gut und habe auch einige Portale gefunden, auf denen die ganz gut bewertet sind. Dieser Artikel schockiert mich nun allerdings.

    Bei welcher Organisation sollte man denn sonst eine Patenschaft übernehmen? Ich habe bei Patenvergleich (http://www.patenvergleich.de/patenschaft-kind/) gelesen, dass sich Mama Afrika ausschließlich um das Thema Genitalverstümmelung kümmert. Die sind dort sogar als einer der „Gesamtsieger“ ausgezeichnet. Das ist Plan International allerdings dort auch, weswegen ich nun auch bei Mama Afrika ins grübeln komme. Kennt jemand diese Organisation? Sind die seriös? Welche anderen Organisationen kümmern sich um das Thema und bieten Kinderpatenschaften an?

    Vielen Dank für die Aufklärung und viele Grüße,

    Mathias

    • TaskForce sagt:

      Lieber Mathias, dankeschön für Deinen Kommentar.

      Es freut uns sehr, dass Du – ebenso wie eine wachsende Zahl an Spendern – es wichtig findest, dass die Kinder auch wirksam vor Gewalt – z.B. Genitalverstümmelung bewahrt werden.

      Du kannst ganz leicht selbst herausfinden, ob die Organisation effektiv und „seriös“ dern Schutz der Mädchen umsetzt, indem Du bei der jeweiligen Organisation – z.B. bei Mama Afrika – anfragst, ob sie den Schutz ihrer Patenmädchen
      a.) in den Förderkriterien verankert haben, d.h. mit Entscheidern der Gemeinde ausgehandelt und festgeschrieben haben,
      b.) regelmäßige medizinische Check-Ups durchführen (z.B. im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsfürsorge), um zu prüfen, ob diese Vereinbarungen auch eingehalten und keine Verstümmelungen vorgenommen werden und
      c.) konsequente Sanktionen umsetzen, sollten die Verstümmelungen trotz der Vereinbarungen verübt werden.

      Sind diese Punkte nicht erfüllt, musst Du davon ausgehen, dass Dein Patenkind keinen sicheren Schutz erhält und u.U. Opfer einer Verstümmelung wird. Weit verbreitete, vage Aussagen wie „man versuche, durch Aufklärung die Menschen zu einem Umdenken zu bewegen“, heißen übersetzt nichts anderes als man „versucht“ i.d.R. wirkungslos etwas, doch das Ansinnen scheitert naturgemäß am falschen Ansatz. Mehr dazu auch hier: http://www.taskforcefgm.de/2011/07/english-why-the-approach-of-education-and-information-leads-to-complicity-in-female-genital-mutilation/

  19. hansulix sagt:

    ja ja die weisse herrenrasse….zeigt den unterentwickelten mal wieder wo es langgeht.
    die völker welche genitalverstümmelung betreiben müssen es selbst realisieren das diese, über jahrhunderte praktizierte brutalität ein ende haben muss.das geht aber nur durch bildung,wenn in manchen dieser länder noch eine hohe analphabetenrate herrscht werden sich solche einsichten nicht durchsetzen, schon gar nicht wenn sie von aussen kommen, deshalb ist der ansatz aller hilfsorganisationen vordringlich auf bildung zu setzen meiner ansicht nach richtig.
    alles braucht seine zeit.
    in deutschland ist in den meisten köpfen noch nicht mal angekommen das es falsch ist waffen zu produzieren und zu exportieren,wieviel leid entsteht daraus?

    • TaskForce sagt:

      Hansulix – Kulturrelativsimus und Selbsthass sind eine denkbar schlechte Kombi, den Schutz hochgefährdeter Kinder durchzusetzen. Systematische Misshandlung von Kindern mit profitorientierter Waffenproduktion in einen Topf zu werfen, lässt vermuten, dass Sie womöglich das Thema nicht wirklich begriffen haben.
      Die empirischen Fakten belegen, dass diejenigen, die die Verstümmelungen fordern und propagieren keinesfalls „Analphabeten“ sind oder ungebildet, siehe auch unsere Ausführungen dazu: http://www.taskforcefgm.de/2011/07/english-why-the-approach-of-education-and-information-leads-to-complicity-in-female-genital-mutilation/
      „Zeit“ haben diese Kinder keine – denn täglich werden tausende verstümmelt und brauchen dringend Schutz. Und Organisationen, die diesen vorsätzlich verweigern, sind nichts anderes als Mittäter. Und kann es sein, dass hinter dem „alles braucht seine Zeit“-laisser-faire auch noch ein Stück Rassismus steckt – denn ginge es um „weiße Mädchen“, wäre sicher nicht so eine Seelenruhe im Gemüt?!

  20. Dietmar Titzmann sagt:

    Es ist zweiffelsfrei schlimm, dass es solche Missstände im 21. JT gibt. Aber mit jeder Spende verschlimmert man die Lage der Kinder in der 3.Welt. Weil es dort keine sozialen Absicherungen wie Kranken- und Rentenversicherungen gibt, sind die Kinder die einzige Versicherung, die ihre Eltern im Alter versorgen müssen. Viele Kinder = gute Absicherung. Kann ich mir durch z.B. Spenden noch mehr Kinder leisten, dann könnte ich im Alter noch besser unterstützt werden. Ein Teufelskreis, der das Elend nicht gemindert, sondern immer weiter vergrößert. Spenden sind immer nur eine kurzfristige Hilfe, die das Problem aber niemals bei der Wurzel packen kann. Eine einfache Lösung des Problems habe ich aber auch nicht. Die Evolution findet aber mit Sicherheit eine solche.

    • Markus Fuchs sagt:

      Interessanter Gedanke, an dem sicher was dran ist. Allerdings habe ich mir mal die Mühe gemacht, die Homepage bei Plan durchzulesen und auch bei Worldvision. So wie ich es gelesen und verstanden habe, geht das Geld sowieso nicht direkt an Kinder. Insofern unterstützt man sowieso keine Altersabsicherung der Eltern.
      Alle werben sie mit der Unterstützung von konkreten Patenkindern. Ich würde auch gerne ein Patenkind unterstützen, aber das Geld geht an den Ort bzw. die Gemeinde, um dort z. B. einen Trinkwasserbrunnen zu errichten und nicht an das Kind. Die Begründung bei Worldvision: Geht es der Gemeinde gut, geht es auch dem Kind gut. Außerdem soll kein Neid zwischen den Kindern bzw. Familien geschürt werden, weil ein Kind Geld bekommt und ein anderes im Ort nicht.
      Ich könnte mir auch vorstellen, eine konkrete Gemeinde zu unterstützen, aber dann sollte man nicht so tun, als würde man Patenkinder haben.

  21. Adelheid sagt:

    Hallo, ich bin gerade durch Zufall auf Eure Seite gestoßen. Jetzt muss ich erst mal tief Luft holen, denn ich bin seit 2006 Plan-Patin. Nachdem ich ein Mädchen aus Benin bis zur Volljährigkeit unterstützt hatte, hat mir Plan ohne bei mir nachgefragt zu haben, ein neues Kind zugewiesen. Nun bin ich sehr betroffen, zu lesen, dass sich Plan nicht gegen Genitalverstümmelung einsetzt. Ich habe mich schon öfter gefragt, ob es meinem Patenkind wirklich gut ging. Sie sah auf den Fotos immer sehr unterernährt und traurig aus. Gütiger Gott, dann war alles nur ein Schwindel? Ich fasse es nicht.
    Bitte schreibt mir, ob sich da irgendetwas zum Guten verändert hat. Ansonsten werde ich meine neue Patenschaft schweren Herzens auch beenden.

  22. claus-peter schaffhauser sagt:

    Mich würde interessieren, ob sich bei diesem Thema inzwischen etwas zum positiven geändert hat? Mir ist sehr suspekt, dass Plan offensichtlich mit externen Drückerkolonnen arbeitet. Das Geld dafür zahlt natürlich auch der Spender.

    • taskforce sagt:

      Lieber Claus-Peter, vielen Dank für die Nachfrage. Allein Plan Deutschland hat im Jahr 2017 knapp 170 Millionen Euro eingenommen – da fallen evtl. ein paar Millionen Ausgaben für „Spenderwerbung“ (=Drückerkolonnen) nicht auf. Ansonsten hat sich bei diesem Verein nichts geändert – das wird Ihnen die zuständige Abteilung der Patenschafts-Betreuung sicher bestätigen: patenbetreuung@plan.de

  23. Tim sagt:

    Wurde gerade in Düsseldorf angequatscht und habe gerade einen Spendenvertrag in Höhe von 150/Jahr unterschrieben, Abbuchung monatlich.
    Ich war skeptisch und hab lange gehadert, aber irgendwie haben die mich doch noch rumgekriegt.
    Wenn das stimmt was Sie hier schreiben werde ich sofort kündigen!

    • taskforce sagt:

      Lieber Tim – bitte schreiben Sie die Organisation doch an und fragen konkret nach, wie die Organisation den Schutz der Mädchen sicherstellt – d.h.
      a.) ob der Schutz der Mädchen vor Genitalverstümmelungen explizit in den Förderbedingungen mit den Empfängergemeinden festgeschrieben ist,
      b.) ob durch regelmäßige Unversehrtheitskontrollen die Einhaltung dieser Bedingung geprüft wird.
      Und teilen Sie die Antwort dann gerne mit uns 😉
      Danke, dass Ihnen das unversehrte Aufwachsen der Mädchen wichtig ist.

  24. Gretel sagt:

    Jetzt hab ich alles gelesen und bin immer noch nicht schlauer. Welcher Organisation kann man nun vertrauen? Wer setzt sich gegen die Verstümmelungen ein? Wo kommt mein Geld wirklich beim Kind an?
    Wäre schön wen sie darauf auch mal antworten würden. Diese Frage wurde schließlich mehrmals gestellt.

    • taskforce sagt:

      Hallo Gretel – was genau bleibt denn unklar? Es wäre schön, wenn Sie die Frage konkretisieren würden!

      Was möchten Sie wissen? Wer sich – irgendwie, mit ineffizienten Maßnahmen wie „Aufklärungskampagnen – „gegen Genitalverstümmelungen einsetzt? Oder wer Kinder wirksam schützt? Das sind zwei Paar Schuhe.

      Sie können die Antworten am einfachsten aus erster Hand generieren:

      Schreiben Sie die Organisation doch einfach an und fragen konkret nach, wie die Organisation den Schutz der Mädchen sicherstellt – d.h.
      a.) ob der Schutz der Mädchen vor Genitalverstümmelungen explizit in den Förderbedingungen mit den Empfängergemeinden festgeschrieben ist,
      b.) ob durch regelmäßige Unversehrtheitskontrollen die Einhaltung dieser Bedingung geprüft wird.

      Wirksamer Schutz ist nur auf diese Weise umfassend und messbar möglich.

      Und teilen Sie die Antwort dann gerne mit uns 😉

      • E. Franz sagt:

        Hallo wertes TaskForce-Team,
        die Frage nach konkreten Projekten/ Hilfsorganisationen hattet ihr am 23. Oktober 2012 um 18:55 Uhr in der Antwort an Herrn Kosta ja bereits beantwortet – warum nicht einfach nochmal veröffentlichen?

        http://saida-international.de/projekte

        Ich habe mir die Seite von SAIDA INTERNATIONAL angesehen und finde dort:
        „SAIDA International e.V. setzt sich für die konsequente Umsetzung von Frauen- und Kinderrechten in Entwicklungsländern ein, um eine nachhaltige Verbesserung der Lebensumstände in den Gesellschaften zu ermöglichen. Insbesondere sollen Entwicklungshemmnisse, wie geschlechtsspezifische Gewalt und Unterdrückung überwunden werden.

        SAIDA verwirklicht diese Ziele durch langfristige Selbsthilfeprojekte, in denen die messbare Einhaltung der Menschenrechte Basis der Zusammenarbeit ist. Daneben leistet SAIDA auch medizinische Direkthilfe bei urogenitalen Erkrankungen und fördert Maßnahmen zur Verbesserung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit.

        SAIDA schützt Mädchen in Entwicklungsprojekten umfassend vor Genitalverstümmelung, Zwangsverheiratung, Frühschwangerschaft und Ausbeutung und bietet benachteiligten Kindern und Frauen gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Gesundheitsfürsorge und sozialer Teilhabe.“

        Außerdem bleiben sie fast jedes Jahr unter 10% Verwaltungskostenanteil.
        Für mich klingt das erstmal sehr unterstützenswert, allerdings ist der Verein eher klein – es wird nicht funktionieren, wenn jetzt etliche Plan-Paten sich SAIDA zuwenden.

        Habt ihr Informationen über weitere derartige Projekte/ Vereine/ Organisationen?
        Der freundliche, hilfsbereite Mensch, der so gerne helfen würde, steckt ja eher häufiger in irgendwelchen Jobs fest und hat meistens nicht soviel Zeit, sich durch die Vielzahl der Webseiten zu klicken und zu lesen – neben der 38-43h Woche (meine Welt) gibt es ja auch noch Kinder, Mann, Haustiere, Haushalt, weitere Familie, Freunde, Ehrenamt, Sport, Garten – und Weihnachtsfeiern…
        So eine Liste mit geprüften, empfehlenswerten und hilfreichen Projekten, aus denen man wählen kann, um einen wirkungsvollen Beitrag mit echtem guten Gewissen zu leisten – nun, so eine Liste wäre toll.

        Ich bedanke mich jedenfalls für die hier gegebenen Informationen
        und wünsche viel Erfolg bei der zukünftigen Arbeit
        E. Franz

  25. Adamo sagt:

    Habe heute schon wieder einen Brief zum Spendenaufruf bekommen, inkl. Bleistift.
    Hier werden Spenden eingetrieben zur Förderungen von Ausbildung der Kinder in armen Ländern.
    Was für ein Schwachsinn!!!
    Wenn man mal rechnet 1Mill. Briefe +Bleistift +Papier und Porto hätten die Organisation schon eine Menge Geld. (Deutschland hat ca. 80Mill. Einwohner)
    So was regt mich auf, das meiste Geld was man Spendet geht doch in die Verwaltung.

  26. Karina Risse-Fischer sagt:

    Hallo Task Force ,
    ich würde gerne eine Patenschaft für ein Mädchen übernehmen . Könnten Sie mir einen Verein nennen , wo auch garantiert ist das ,das Kind nicht verstümmelt wird . Plan kommt nach dem was ich hier so gelesen habe wohl nicht in Frage .Mir wäre es auch wichtig , das etwaige Geschenke auch ankämen .Viele Grüße

    • taskforce sagt:

      Liebe Karina,

      leider können wir Ihnen keinen Verein nennen, in dem die Mädchen mit ebenso einfachen wie wirksamen Schutzmaßnahmen vor der Verstümmelung geschützt werden, indem also

      – die Unversehrtheit der Kinder von den Organisationen aktiv bei den örtlichen Entscheidungsträgern eingefordert wird,
      – in den Förderrichtlinien festgeschrieben ist und
      – regelmäßig durch Unversehrtheitskontrollen überprüft wird.

      Allein mit diesen drei Maßnahmen kann der nachhaltige und messbare Schutz der Kinder sichergestellt werden.

      Wenn Sie eine Organisation unterstützen möchten, fragen Sie bitte einfach nach diesen Schutzmaßnahmen.

  27. […] Plan International verhöhnt Spender, Öffentlichkeit und misshandelte Patenkinder […]

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