Plan International verhöhnt Spender, Öffentlichkeit und misshandelte Patenkinder

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Obwohl Plan International rund 1/4 Mio. Patenmädchen der Verstümmelung überlässt, sagen sie den Spendern: Plan schützt Mädchen

Falsche Werbe-Versprechen vs. Duldung schwerer Kinderrechtsverletzungen

Hamburg, den 19.04.2011: Plan International gehört neben World Vision, Kindernothilfe und ChildFund zu jenen Vereinen, die seit 2009 im Rahmen der Patenmädchen-Kampagne von tausenden Menschen kritisiert werden für ihre Weigerung, insgesamt fast eine halbe Million Patenmädchen vor Genitalverstümmelung zu schützen.

Seitdem rechtfertigt Plan International die Duldung gegenüber der Verstümmelungsgewalt mit kulturrelativistischen und paternalistischen Aussagen, präsentiert aber neuerdings Besuchern der Website folgende Überschrift zum Thema Genitalverstümmelung:

Plan schützt Mädchen – Plan setzt sich massiv für die Beendigung dieser gewaltsamen Praktik ein“.

Mit dieser nachweislich falschen Werbe-Aussage wird es für die Öffentlichkeit und die Spender fast unmöglich, ohne fundiertes Hintergrundwissen den tatsächlichen Betrug zu erkennen. In der Praxis erhalten die Patenmädchen eben keinen Schutz, sondern werden unter dem Deckmantel eines sogenannten „partnerschaftlichen, respektvollen Dialogs“ der Verstümmelung überlassen:

Plan International Deutschland e.V. vermittelt allein bis zu 240.000 Patenmädchen aus 15 Ländern, in denen bis zu 90% aller Mädchen genitalverstümmelt werden (wie Ägypten, Äthiopien oder Mali und Sudan). Für diese Kinder zahlen gutmeinende Menschen rund 72 Mio. Euro pro Jahr.

Der Verein ist aber nicht bereit, den Verzicht auf Genitalverstümmelungen in seinen Förderkriterien festzuschreiben und von den Empfängergemeinden einzufordern, geschweige denn eine Unversehrtheitskontrolle der Kinder in die jährlichen medizinischen Untersuchungen zu integrieren.

Lediglich 3,5% der durch die gefährdeten Patenmädchen eingenommenen Spenden wird in Projekte zur Abschaffung dieser Gewalt investiert. Projekte, die dem Problem aber aufgrund verfehlter Ansätze nicht gerecht werden und bisher keine belastbaren Wirksamkeitsnachweise erbracht haben, im Gegenteil: Die vereinzelten Maßnahmen bieten keinen Schutz, denn hier wird seit Jahrzehnten mit „Aufklärung“ und „kultursensiblem Dialog“ die Genitalverstümmelung legitimiert, die Täter entmündigt und die Gewalt aufrecht erhalten.

Der Verein duldet die schwere Menschenrechtsverletzung der Genitalverstümmelung durch vorsätzliche Unterlassung von Schutz. Diese Duldungspolitik verstößt gegen eine Vielzahl afrikanischer und internationaler Konventionen, z.B. die UN-Kinderrechtskonvention.

Plan International missbraucht zusätzlich das Vertrauen der Spenderinnen und Spender durch die bewusste Platzierung der falschen Werbebotschaft, dass eine Patenschaft das gesunde Aufwachsen der Kinder sichere.

Umso mehr liegt es in der Verantwortung der Gesellschaft, gezielt nachzufragen und mit aller Vehemenz eine Änderung dieser Politik einzufordern: www.patenmaedchen.de/petition

TaskForce für effektive Prävention von Genitalverstümmelung e.V.

Telefon: 01803 – 767 346 (9 ct/min aus dem deutschen Festnetz, Mobil max. 42 ct/min)

E-Mail: info@taskforcefgm.dewww.taskforcefgm.de

27 Kommentare

  1. itsy sagt:

    Ich musste es zweimal lesen. Ich finde es gelinde gesagt so schrecklich, daß mir keine Worte dazu einfallen.
    Gerade von einer Patenschaft bzw so einer Organisation erwarte ich , daß sie Kinder schützt. Meiner Meinung nach
    vereinbart es sich nicht. Für Kinder stark zu machen aber nicht im Ganzen sondern nur im Halben.

    Ich bin enttäuscht.

  2. Grit sagt:

    …ich bin aus diesem Grund aus PLAN ausgetreten und habe meine Patenschaft gekündigt..außerdem scheint das Mädchen,das ich unterstützt habe,nicht zu existieren…

    • TaskForce sagt:

      Liebe Grit,

      dankeschön für Ihr Statement und dafür, mit der Kündigung Ihrer Patenschaft das klare Signal an Plan International gerichtet zu haben, dass Sie die Duldung von Genitalverstümmelung durch Unterlassung von Schutz nicht unterstützen.
      Wie Sie in dem Dokument hier sehen können, teilen Sie dieses konsequente Handeln mit einer ganzen Reihe anderer Spender/innen: http://www.patenmaedchen.de/PDF/Reaktionen_deutsch.pdf

      Viele Grüße
      Ines aus dem TaskForce-Team

    • Jack sagt:

      Auch ich bin enttäuscht aber deswegen werde ich doch nicht noch das Kind noch enttäuschen Und zurücktreten.
      J.

  3. Michael Kosta sagt:

    Vorab, ich finde die weibliche Beschneidung genauso unmenschlich und abstoßend wie Sie. Nur sehe ich auf Ihrer Homepage nicht, was das mit Bildung von unterprivilegierten Kindern zu tun hat und was Sie i.P. Kinderbildung in der Dritten Welt erreicht haben.

    Kritisieren Sie, dass „Die Plan“ als eine weltweite Organisation zu wenig für ihren Ziel – Zugang zur Bildung für Kinder aus der Dritten Welt – tut, oder dass sie sich nicht ausreichend gegen weibliche Beschneidung engagiert?

    Ich freu mich auf Ihre Antwort, Gruß aus Berlin
    M. Kosta

    • TaskForce sagt:

      Sehr geehrter Herr Kosta,

      die Antwort auf Ihre Frage, was konkret wir an der Politik von Plan International kritisieren, steht recht deutlich im Artikel oben, aber gerne fassen wir es noch einmal für Sie zusammen:

      – Duldung der schweren Gewalt der Genitalverstümmelung an knapp einer viertel Million Patenmädchen, die zur Spendenakquise vermarktet werden,
      – vorsätzliche Unterlassung wirksamer Schutzmaßnahmen,
      – Rechtfertigung dieser menschenverachtenden Duldungspolitik mit paternalistischen und kulturrelativistischen Phrasen,
      – Betrug tausender Spender durch falsche Werbeaussagen,
      – Verstoß gegen zahlreiche afrikanische und internationale Konventionen,
      – Legitimierung der Verstümmelungen,
      – Entmündigung der Täter und
      – Aufrechterhaltung Verstümmelungs-Gewalt.

      Sie fragen, was dies mit Bildung zu tun hat? Nun – im Grunde gar nichts, da Genitalverstümmelungen – ebenso wie andere Gewaltverbrechen auch – unabhängig vom Bildungsstand der Täter verübt werden, siehe auch http://www.taskforcefgm.de/2011/07/english-why-the-approach-of-education-and-information-leads-to-complicity-in-female-genital-mutilation/

      Doch wer in paternalistischer Manier falsche Prioritäten setzt – z.B. indem er wie Plan International uvm. Schulen baut oder Ausbildungen finanziert, ohne gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Kinder unversehrt diese Möglichkeiten wahrnehmen können, festigt die hemmenden Strukturen und verhindert Entwicklung und schadet sowohl den Empfängern als auch Gebern/Spendern, siehe auch: http://xn--patenmdchen-blog-0nb.de/2009/12/entwicklungshilfe-verhindert-nachhaltige-entwicklung/

      Waris Dirie, eines der prominentesten Verstümmelungsopfer und Aktivistin, die sich seit mehr als einem Jahrzehnt für ein Ende der Verstümmelungen einsetzt, schrieb in diesem Zusammenhang:

      „Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass Genitalverstümmelung etwas so Furchtbares bedeutet, dass es mit nichts wieder gut gemacht werden kann – und auch nicht mit sauberem Trinkwasser, Impfungen oder Schulbesuchen aufgewogen werden kann. Wer behauptet, die Lebenssituation von Kindern verbessern zu wollen, aber gleichzeitig versäumt, sie vor Genitalverstümmelung zu schützen, muss sein Ziel verfehlen…“

      Konditionierte Entwicklungshilfe ist der Schlüssel: Bildung muss mit wirksamem Schutz vor systematischen Gewaltverbrechen wie Genitalverstümmelung einhergehen – erst dann kann nachhaltige Entwicklung stattfinden. Die Organisation saida International (http://saida-international.de/projekte) setzt diesen Ansatz bereits erfolgreich um.

      Zum Glück erkennen immer mehr Spender, dass die Betrugs- und Gewaltduldungspolitik von Plan International, World Vision & Co. zu keinerlei Entwicklung führt sondern massiven Schaden (für die Kinder und die gesamte Gesellschaft) anrichtet und stellen ihre Unterstützung ein, siehe auch http://www.taskforcefgm.de/2012/08/duldung-von-genitalverstummelung-an-patenmadchen-immer-mehr-spender-kundigen/

      Mit freundlichen Grüßen,
      das TaskForce-Team

      P.S.: Wenn Sie Genitalverstümmelung „unmenschlich und abstoßend“ finden, wäre es angemessen, diese Gewalt beim korrekten Begriff Genitalverstümmelung zu nennen und nicht mit verharmlosenden Begriffen wie „Beschneidung“ zu trivialisieren. (siehe auch http://www.taskforcefgm.de/situation/macht-der-sprache/)

  4. Heiko Lorkowski sagt:

    Haben Sie schon überlegt , was gegen die Genitalverstümmelung von Jungen in Deutschland und überall in der Welt , die jetzt sogar in Deutschlang gesetzlich geregelt werden soll , getan werden kann ?

    Mit freundlichen Grüßen

    H.Lorkowski

  5. alf einstein sagt:

    Das Internet kann auch ein Segen sei, wen es darum geht die Lug und Betrugsmaschen der Firmen,Konzerne,“Hilfsorganisationen auf zudecken und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen!
    Es ist gut zu Wissen, dass auch diese verlogene „Hilfs“-Organisation an den Öffentlichkeits-Pranger steht.

    Drum wer spendet, sich immer erst an die Internetseiten mit WARNUNGEN wendet!

  6. CH770 sagt:

    Schön, inwieweit sind denn diese „Erkenntnisse“ verifiziert? Wie äußern sich die „am Öffentlichkeits-Pranger“ stehendenden Organisationen dazu?
    Und vor allem: WAS ist nach Meinung des TaskForce-Teams eine sinnvolle Alternative? Keine Patenschaften übernehmen?
    Ich fände es hilfreich, wenn dieses furchtbare Thema nicht nur zur Verurteilung von Hilfsorganisationen führen würde, sondern auch gangbare Alternativen aufzeigte…

    • TaskForce sagt:

      Die Fakten sind unbestritten, da alle genannten Organisation selbst zugeben, dass sie die Mädchen der Verstümmelung überlassen und nicht bereit sind, sie wirksam zu schützen. Alle Hintergründe gibt es hier: http://www.patenmaedchen.de

      Für alle, die es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können, die menschenverachtende Duldungspolitik der Organisationen im Zuge einer Patenschaft zu finanzieren, ist derzeit die Kündigung der Patenschaft tatsächlich die beste Lösung – auch für die Kinder, siehe http://www.taskforcefgm.de/2012/08/duldung-von-genitalverstummelung-an-patenmadchen-immer-mehr-spender-kundigen/

      Unsere massive Kritik an den Organisationen bezieht sich ja gerade auf deren Weigerung, einfache, lebensrettende und höchst wirksame Alternativen im Rahmen konditionierter Entwicklungshilfe endlich umzusetzen – insbesondere Unversehrtheitskontrollen – mit denen andere Organisationen bereits dafür sorgen, dass Mädchen unversehrt aufwachsen können! (siehe auch Artikel über die Kündigungen).

  7. […] fatalen “Irrweg der Aufklärung” Gelder, Ressourcen, Energie vergeuden und damit das Vertrauen der SpenderInnen missbrauchen. Das geht so weit, dass sie den Verstümmelungs-TäterInnen zu Wohlstand verhelfen, anstatt die […]

  8. v sagt:

    Der Artikel gibt genau wieder was ich mit Plan erlebt habe. Mir wurde nicht nur mehrfach nahegelegt , Gegenstände aus dem Planshop und nicht Selbstgekauftes an das Kind zu schicken. Auch die Weigerung, mir mitzuteilen ob mein Patenkind in die Schule gehe, war mehr als befremdlich. Das Kind war auch mit 8 Jahren noch nicht in der Schule, obwohl in Briefen an mich die Eltern wiederholt nachfragten. Ich habe die Kommunikation mit Plan als hauptsächlich auf Kommerz ausgerichtet erlebt und war deshalb auch nicht sehr überrascht, als ich nach wiederholter Nachfrage herausfand, dass mein Patenkindund und seine Familie bereits ein Jahr zuvor aus dem Projektgebiet gezogen waren. Die Briefe an mich – mit angeblichen selbstgemalten Bildern von Fahmi – waren gefälscht und mit Wissen von Plan Deutschland im Projektgebiet erstellt. Ich würde heute gerne wissen, wie es meinem Patenkind auf Java heute geht. Er war 2 als ich die Patenschaft übernahm und 8 als wir sie beendet haben. Es ist unglaublich traurig!

  9. drpfirrmann sagt:

    Frage : was sagt Plan zu diesen Vorwürfen ?

    • TaskForce sagt:

      Plan weigert sich nach wie vor, die Mädchen zu schützen und verteidigt seine Duldungspolitik in der Öffentlichkeit und gegenüber Spendern und Interessierten – z.B. wenn Sie selbst einmal bei Plan nachfragen.
      „Plan International konnte bisher keinen schlüssigen Grund vorbringen, weshalb die Umsetzung von Sanktionen im Fall verübter Genitalverstümmelungen in den eigenen Projekten keine Wirkung im Sinne sofortigen, messbaren Schutzes zeigen könnte – zumal der Verein bislang noch nicht einmal den Versuch unternommen hat, diese Strategie umzusetzen.“ Einige Rechtfertigungen haben wir hier zusammengetragen.

  10. Lenni sagt:

    Wurde gestern Mittag auf der Straße von einer jungen Damen der Plan angesprochen.
    Obwohl ich sehr blauäugig an die Sache ran gegangen bin, hat es nicht lange gedauert bis ich bemerkt habe dass irgendwas faul zu sein scheint.

    Ich hätte mich zu diesem Thema nicht weiter informiert wenn das Gespräch dass ich mit der Dame nicht dermaßen seltsam gewesen wäre.

    Als ich meinte ich helfe gerne aber dass ich meine Bankdaten nicht einfach so auf der Straße auf ein Blatt Papier setze und mal eben schnell eine Patenschaft übernehme ohne davor zu recherchieren wurde die Dame gegenüber direkt unverschämt.

    Ich bot der Dame an dass Sie mir Bankdaten geben könne und ich mich nachdem ich mich schlau gemacht habe eine Spende abgeben würde.
    Darauf wollte Sie nicht eingehen.
    Es sei einfach nicht möglich.

    Dann bot ich ihr an dass Sie mir das Formular zur Patenschaft mitgeben könne, ich es mir in Ruhe anschaue und dann nochmal den Stand besuche.
    Sie konnte es mir nicht mitgeben da das Papier zu teuer wäre um es den Leuten mitzugeben.
    Was????

    Ich sagte ihr wenn die Plan suverän ist, würde ich eine Patenschaft übernehmen und somit die paar cent für das Papier mitbezahlen.

    So oder so… was ist denn das für eine Argumentation?

    Ich denke ich habe eine freundliche Art an mir und kann mit gutem Gewissen sagen dass ich mir nichts anmerken lassen habe und bis zu letzt nett zu der Frau war.

    Sie wollte unbedingt dass ich meine Bankdaten drauf setze und unterschreibe.
    Ich hätte einen mindestbetrag von—- zahlen müssen.
    Diesen glaub Monatlich bis ich das „Abo“ wieder kündige.
    Wollte ich nicht machen.. aber trotzdem wollte ich mich schlau machen und etwas spenden sobald ich mir die Plan genauer angeschaut habe.

    Naja aber jetzt.. no way!
    Sie wurde unverschämt und sagte dann(warscheinlich etwas unüberlegt) ich soll das Blatt auf dem mein Namen steht zerreisen.

    als ich ihr versuchte klar zu machen dass das absolut wiedersprüchlich ist was Sie versucht mir aufzutischen hat Sie mich abgewimmelt….
    Erst darf Sie es mir nicht mitgeben weil es zu teuer ist und dann soll ich es zerreisen

    naja eigentlich kam ich mit dem Gedanken an den Stand etwas zu Spenden 😀

    Und dann finde ich diesen Artikel…

    Unverschämt!!!!!!!!!!!!!!

  11. Monika Landau sagt:

    Ich bin entsetzt, dachte ein Mädchen in Mali genau vor dieser perfiden Art von „Leben nehmen“ zu retten. Werde meine Patenschaft sofort kündigen. Danke.

  12. Agi sagt:

    Ich bin bis aufs Mark erschrocken!
    Gibt es denn eine sehr gute Alternative ?

    Ich bin sehr dankbar wenn mir jemand eine seriöse Adresse geben kann wo es um echte Patenschaften geht die auch Mädchen in ihrem Recht der Unversehrtheit schützen!!
    Tausend Dank für einen Hinweis und tausend Dank für die Aufklärung!

  13. Passion sagt:

    Was ich gehört habe werden diese Spendengelder veruntreut und die Versprechungen die an die Spender nicht eingehalten, es werden sogar Tötungen vorgenommen.

  14. RABIA sagt:

    Hallo Leute,
    Ich bin jetzt sehr sehr enttäuscht darüber, was ich hier gelesen habe.
    Ich habe echt jetzt das Gefühl das ich Mist gebaut habe, da ich meine Bankdaten eingegeben habe. Es ist vor ein paar Stunden passiert.
    Könnte ich sofort Widerspruch einlegen? Wäre nett wenn mir mal einer helfen würde.

  15. Mathias sagt:

    Ich bin gerade auf der Suche nach einer guten Organisation für die Übernahme einer Kinderpatenschaft. Eigentlich fand ich Plan International bisher ganz gut und habe auch einige Portale gefunden, auf denen die ganz gut bewertet sind. Dieser Artikel schockiert mich nun allerdings.

    Bei welcher Organisation sollte man denn sonst eine Patenschaft übernehmen? Ich habe bei Patenvergleich (http://www.patenvergleich.de/patenschaft-kind/) gelesen, dass sich Mama Afrika ausschließlich um das Thema Genitalverstümmelung kümmert. Die sind dort sogar als einer der „Gesamtsieger“ ausgezeichnet. Das ist Plan International allerdings dort auch, weswegen ich nun auch bei Mama Afrika ins grübeln komme. Kennt jemand diese Organisation? Sind die seriös? Welche anderen Organisationen kümmern sich um das Thema und bieten Kinderpatenschaften an?

    Vielen Dank für die Aufklärung und viele Grüße,

    Mathias

    • TaskForce sagt:

      Lieber Mathias, dankeschön für Deinen Kommentar.

      Es freut uns sehr, dass Du – ebenso wie eine wachsende Zahl an Spendern – es wichtig findest, dass die Kinder auch wirksam vor Gewalt – z.B. Genitalverstümmelung bewahrt werden.

      Du kannst ganz leicht selbst herausfinden, ob die Organisation effektiv und „seriös“ dern Schutz der Mädchen umsetzt, indem Du bei der jeweiligen Organisation – z.B. bei Mama Afrika – anfragst, ob sie den Schutz ihrer Patenmädchen
      a.) in den Förderkriterien verankert haben, d.h. mit Entscheidern der Gemeinde ausgehandelt und festgeschrieben haben,
      b.) regelmäßige medizinische Check-Ups durchführen (z.B. im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsfürsorge), um zu prüfen, ob diese Vereinbarungen auch eingehalten und keine Verstümmelungen vorgenommen werden und
      c.) konsequente Sanktionen umsetzen, sollten die Verstümmelungen trotz der Vereinbarungen verübt werden.

      Sind diese Punkte nicht erfüllt, musst Du davon ausgehen, dass Dein Patenkind keinen sicheren Schutz erhält und u.U. Opfer einer Verstümmelung wird. Weit verbreitete, vage Aussagen wie „man versuche, durch Aufklärung die Menschen zu einem Umdenken zu bewegen“, heißen übersetzt nichts anderes als man „versucht“ i.d.R. wirkungslos etwas, doch das Ansinnen scheitert naturgemäß am falschen Ansatz. Mehr dazu auch hier: http://www.taskforcefgm.de/2011/07/english-why-the-approach-of-education-and-information-leads-to-complicity-in-female-genital-mutilation/

  16. hansulix sagt:

    ja ja die weisse herrenrasse….zeigt den unterentwickelten mal wieder wo es langgeht.
    die völker welche genitalverstümmelung betreiben müssen es selbst realisieren das diese, über jahrhunderte praktizierte brutalität ein ende haben muss.das geht aber nur durch bildung,wenn in manchen dieser länder noch eine hohe analphabetenrate herrscht werden sich solche einsichten nicht durchsetzen, schon gar nicht wenn sie von aussen kommen, deshalb ist der ansatz aller hilfsorganisationen vordringlich auf bildung zu setzen meiner ansicht nach richtig.
    alles braucht seine zeit.
    in deutschland ist in den meisten köpfen noch nicht mal angekommen das es falsch ist waffen zu produzieren und zu exportieren,wieviel leid entsteht daraus?

    • TaskForce sagt:

      Hansulix – Kulturrelativsimus und Selbsthass sind eine denkbar schlechte Kombi, den Schutz hochgefährdeter Kinder durchzusetzen. Systematische Misshandlung von Kindern mit profitorientierter Waffenproduktion in einen Topf zu werfen, lässt vermuten, dass Sie womöglich das Thema nicht wirklich begriffen haben.
      Die empirischen Fakten belegen, dass diejenigen, die die Verstümmelungen fordern und propagieren keinesfalls „Analphabeten“ sind oder ungebildet, siehe auch unsere Ausführungen dazu: http://www.taskforcefgm.de/2011/07/english-why-the-approach-of-education-and-information-leads-to-complicity-in-female-genital-mutilation/
      „Zeit“ haben diese Kinder keine – denn täglich werden tausende verstümmelt und brauchen dringend Schutz. Und Organisationen, die diesen vorsätzlich verweigern, sind nichts anderes als Mittäter. Und kann es sein, dass hinter dem „alles braucht seine Zeit“-laisser-faire auch noch ein Stück Rassismus steckt – denn ginge es um „weiße Mädchen“, wäre sicher nicht so eine Seelenruhe im Gemüt?!

  17. Dietmar Titzmann sagt:

    Es ist zweiffelsfrei schlimm, dass es solche Missstände im 21. JT gibt. Aber mit jeder Spende verschlimmert man die Lage der Kinder in der 3.Welt. Weil es dort keine sozialen Absicherungen wie Kranken- und Rentenversicherungen gibt, sind die Kinder die einzige Versicherung, die ihre Eltern im Alter versorgen müssen. Viele Kinder = gute Absicherung. Kann ich mir durch z.B. Spenden noch mehr Kinder leisten, dann könnte ich im Alter noch besser unterstützt werden. Ein Teufelskreis, der das Elend nicht gemindert, sondern immer weiter vergrößert. Spenden sind immer nur eine kurzfristige Hilfe, die das Problem aber niemals bei der Wurzel packen kann. Eine einfache Lösung des Problems habe ich aber auch nicht. Die Evolution findet aber mit Sicherheit eine solche.

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