Konsequenter Schutz für Mädchen bei der TaskForce: Eine Mutter sagt DANKE

Die TaskForce macht sich dafür stark, dass Mädchen sicher vor Genitalverstümmelung geschützt werden

Die TaskForce macht sich dafür stark, dass Mädchen sicher vor Genitalverstümmelung geschützt werden

Seit ihrer Gründung als bundesweites Netzwerk im Jahr 2007 macht sich die TaskForce dafür stark, dass Mädchen, die in Deutschland leben und von Genitalverstümmelung bedroht sind (z.B. während sog. „Ferienreisen“) wirksamen Schutz vor der Verstümmelungsgefahr erhalten.

Zahlreiche Gerichtsverfahren hat die TaskForce seitdem initiiert und begleitet, damit gefährdete Mädchen der z.T. enormen Gefahr im Herkunftsland der Eltern nicht mehr ausgeliefert werden können und die Unversehrtheit der Kinder regelmäßig überprüft werden kann.

Seit die TaskForce im April 2010 den bundesweiten Notruf Genitalverstümmelung – SOS FGM (www.sosfgm.org) eingerichtet hat, melden sich immer mehr Eltern, Fachkräfte (z.B. Lehrer/innen und Erzieher/innen) sowie Mitarbeiter/innen von Jugendämtern, um Hilfe bei der Durchsetzung sicheren Schutzes für gefährdete Mädchen zu erhalten.

Und obwohl uns jedes Mal bereits die Gewissheit genügt, ein Mädchen geschützt zu haben, freuen wir uns natürlich sehr, wenn unsere Arbeit mit Wertschätzung und Dank bedacht wird – so wie kürzlich von einer Mutter, der die TaskForce erfolgreich half,  ihre Tochter vor der Verstümmelungsgefahr in Nigeria zu schützen.

Der folgende Dank – den wir mit freundlicher Genehmigung der Verfasserin veröffentlichen dürfen – erreichte unsere Initiatorin und Vorstandsvorsitzende über Facebook: [Read more…]

Aktuelle dpa-Meldung: „Keine Bewährung für Genitalverstümmelung“

Wir freuen uns sehr darüber, dass die dpa unsere letzte kritische Pressemeldung aufgegriffen hat. Darin ging es um die Absicht von CDU/CSU und FDP, für den Straftatbestand weibliche Genitalverstümmelung ein niedriges Mindeststrafmaß von einem Jahr einzuführen, um für die Täter Bewährungsstrafen zu ermöglichen und sie vor eventueller Abschiebung zu schützen.
Nach einem Gespräch mit der TaskForce-Vorstandsvorsitzenden Ines Laufer versandte die dpa heute Morgen mit der Überschrift „Keine Bewährung für Genitalverstümmelung“ eine Tickermeldung, die von verschiedenen regionalen und überregionalen Medien veröffentlicht wurde, z.B. von der Mitteldeutschen Zeitung, den Kieler Nachrichten, dem Kölner Stadtanzeiger, BILD, WELT und Frankfurter Rundschau.
Die im Bundestag für die Problematik der Genitalverstümmelung zuständige Berichterstatterin der CDU/CSU – Ute Granold – hat noch einmal versucht, die geplante niedrige Mindeststrafe zu rechtfertigen und schrieb an die TaskForce: Eine „Bewährungsstrafe muss als Option möglich bleiben, damit der Anreiz zu Anzeige durch die Opfer weiter besteht“. Offensichtlich haben unsere Parlamentarier immer noch nicht erkannt, dass es keine Anzeigenbereitschaft der Opfer gibt. Denn es handelt sich mithin um minderjährige, i.d.R. schwerst traumatisierte  Kinder, die von den Tätern (=Familienmitgliedern) massiv und wirkungsvoll eingeschüchtert und unter Druck gesetzt werden, damit sie schweigen. Es grenzt da schon an Zynismus, den Opfern die Verantwortung für die Intitiierung der Strafverfolgung in die Schuhe schieben zu wollen, während der Staat gleichzeitig dafür sorgt, dass die Täter sicheren Schutz vor der Strafverfolgung genießen – durch die ärztliche Schweigepflicht[Read more…]

Genitalverstümmelung an Mädchen: Bundesärztekammer boykottiert wirksame Maßnahmen…

Die Bundesärztekammer kann nicht belegen, dass Verstümmelungsopfer in Deutschland keine angemessene Hilfe erhalten. Auch kann sie nicht erklären, warum der Diagnoseschlüssel S38.2 -

Die Bundesärztekammer kann nicht belegen, dass Verstümmelungsopfer in Deutschland keine angemessene Hilfe erhalten. Auch kann sie nicht erklären, warum der Diagnoseschlüssel S38.2 – „traumatische Amputation der äußeren Genitalorgane“ – zur Erfassung dieser Verletzungen nicht ausreichen sollte.

 …und setzt zur Ablenkung auf populistische Aktionen

Hamburg, den 22.05.2013. Vor zwei Monaten ließ die Bundesärztekammer über ihren Menschenrechtsbeauftragten Dr. Ulrich Clever erklären, sie unterstütze die Aufnahme der weiblichen Genitalverstümmelung in den medizinischen Diagnoseschlüssel (ICD 10). Erst dann, so suggerierte Clever, “können Ärzte endlich eine klare diagnostische und damit auch therapeutische Zuordnung treffen“ und es würde “klargestellt, dass die Krankenkassen notwendige Behandlungen für die betroffenen Frauen ausnahmslos übernehmen“.

Die Bundesärztekammer will sich damit einer im Jahr 2011 gestarteten Aktion des Vereins Terre des Femmes e.V. anschließen, die bereits damals kritisiert wurde: Denn schon zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich die Verletzung der Genitalverstümmelung problemlos erfassen, verschlüsseln und behandeln  –  und zwar mit der ICD-Nummer S38.2 – “traumatische Amputation der äußeren Genitalorgane“. [Read more…]

Genitalverstümmelung: Seit 16 Jahren Thema im Bundestag – und immer noch „grünes Licht“ für die Täter…

Über 90% der Ägypterinnen werden genitalverstümmelt, ebenso Mädchen in der Mehrzahl der arabischen Länder und in Indonesien und Malaysia - und bis zu 80% der entsprechenden Migrantinnen in Deutschland. Doch ihr Schutz steht nicht auf der Agenda deutscher Politiker...

Hamburg, den 08. März 2013.

Anlässlich des heutigen Weltfrauentages machen wir darauf aufmerksam, dass Mädchen, die in Deutschland von Genitalverstümmelung bedroht oder betroffen sind, bislang vergeblich auf die Durchsetzung ihres Rechts auf Würde und Schutz hoffen, denn Bundesregierung und Politiker geben auch weiterhin grünes Licht für die Täter:

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Ein Kommentar der TaskForce-Initiatorin Ines Laufer anlässlich der Beratung des Gesetzesentwurfes von Bündnis 90/Die Grünen zur Änderung des Strafgesetzbuches – Strafbarkeit der Genitalverstümmelung – im Bundestag (2012):

Alle Jahre wieder nehmen sich die Parlamentarier in Berlin des Themas „Genitalverstümmelung an Mädchen“ an und debattieren Anfragen, Anträge einzelner Fraktionen oder ganz aktuell einen Entwurf zur Änderung des Strafrechts, den Bündnis 90/Die Grünen vor einem Jahr eingebracht haben. Die TaskForce hat den Inhalt dieses Gesetzes-Entwurfes bereits ausführlich kritisiert und erläutert, weshalb die geplanten Änderungen keine Verbesserung der Strafverfolgung und auch keinen Schutz für gefährdete Mädchen erreichen können. Der Antrag selbst soll deshalb heute nicht mein Thema sein.

Vielmehr blicke ich auf 15 Jahre zurück, in denen die Problematik der Genitalverstümmelung auf der Agenda der Bundesregierung behandelt wird und stelle die Frage, was sich seitdem in der Bundesrepublik hinsichtlich der Ächtung dieses Verbrechens und des Schutzes gefährdeter Mädchen getan hat.

Als „Pionierin der ersten Stunde“ habe ich 1997 als Sachverständige auf der allerersten Bundestagsanhörung über Genitalverstümmelung referiert und erinnere mich noch gut an das politische Klima damals, als es schon als Affront galt, die korrekte Terminologie „Genitalverstümmelung“ zu verwenden und das Thema nur schwer aus dem Klammergriff der Kulturrelativisten zu befreien war, die dieses Gewaltverbrechen als „identitätsstiftendes Initiationsritual“ feierten und sofort „Kulturimperialismus“ schrien, wenn westliche Kritiker allein die Klassifizierung „Menschenrechtsverletzung“ vornahmen…

Heute ist im kollektiven Bewusstsein unserer Gesellschaft – einschließlich unserer Politiker – die Wahrnehmung von Genitalverstümmelung als schwere Menschenrechtsverletzung, die nicht hinnehmbar ist und durch nichts zu rechtfertigen ist, sicher verankert. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass dieser Bewusstseinswandel bislang keinerlei nennenswerte Auswirkung auf die Lebenssituation potentieller Opfer in unserem Land hat oder auf den Umgang mit Tätern, die ihre Töchter der Verstümmelung unterwerfen. Im Gegenteil: [Read more…]

Genitalverstümmelung an Mädchen: Ausdruck eines allgemein gewalttätigen Familienumfeldes

Genitalverstümmelung wird i.d.R. in einem generell gewalttätigen Familienumfeld verübt - sowohl in den Herkunftsländern als auch in Deutschland/Europa

Genitalverstümmelung wird i.d.R. in einem generell gewalttätigen Familienumfeld verübt - sowohl in den Herkunftsländern als auch in Deutschland/Europa

Genitalverstümmelungen sind in einer liebevollen familiären Umgebung undenkbar!

In der medialen Berichterstattung über das Thema „Genitalverstümmelung“ werden der Öffentlichkeit seit Jahren mit monotoner Regelmäßigkeit diverse „Bären aufgebunden“, insbesondere durch die Aussage, Eltern, die ihre Töchter genitalverstümmeln lassen, seien im Grunde fürsorgliche Menschen, die nur das Beste für ihre Kinder wollten. Es wird suggeriert, die Verstümmelung sei ein „einmaliger Ausrutscher“ in einer ansonsten liebevollen Familie.

Vertreter dieser fatalen Fehleinschätzung finden wir in sämtlichen Bereichen. Hier einige Beispiele: [Read more…]

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