Genitalverstümmelung an Mädchen: Ausdruck eines allgemein gewalttätigen Familienumfeldes

Genitalverstümmelung wird i.d.R. in einem generell gewalttätigen Familienumfeld verübt - sowohl in den Herkunftsländern als auch in Deutschland/Europa

Genitalverstümmelung wird i.d.R. in einem generell gewalttätigen Familienumfeld verübt - sowohl in den Herkunftsländern als auch in Deutschland/Europa

Genitalverstümmelungen sind in einer liebevollen familiären Umgebung undenkbar!

In der medialen Berichterstattung über das Thema “Genitalverstümmelung” werden der Öffentlichkeit seit Jahren mit monotoner Regelmäßigkeit diverse “Bären aufgebunden”, insbesondere durch die Aussage, Eltern, die ihre Töchter genitalverstümmeln lassen, seien im Grunde fürsorgliche Menschen, die nur das Beste für ihre Kinder wollten. Es wird suggeriert, die Verstümmelung sei ein “einmaliger Ausrutscher” in einer ansonsten liebevollen Familie.

Vertreter dieser fatalen Fehleinschätzung finden wir in sämtlichen Bereichen. Hier einige Beispiele: [Read more...]

Warum “Information und Aufklärung” im Kampf gegen Genitalverstümmelung nicht zum Ziel führt – und wie sich der Westen damit zum Komplizen macht

Genitalverstümmelungen werden nicht aufgrund mangelnder Bildung oder Information verübt, sondern um die ideologischen und materiellen Interessen der Familien durchzusetzen
Genitalverstümmelungen werden nicht aufgrund mangelnder Bildung oder Information verübt, sondern um die ideologischen und materiellen Interessen der Familien durchzusetzen

Seit Jahrzehnten propagieren und finanzieren Nichtregierungsorganisationen, Aktivisten und Politiker die Strategie der “Information und Aufklärung” als Maßnahme, um  die Gewalt der Genitalverstümmelung zu beenden:

Indem Bevölkerung und Regierung  in den Verstümmelungsländern – aber auch Migranten hier in Europa – über die schädlichen Folgen der Genitalverstümmelung “informiert und aufgeklärt” werden, sollen sie davon überzeugt werden, künftig ihre Töchter unversehrt aufwachsen zu lassen.

Diese Strategie hat einen Haken:  [Read more...]

The myths about Female Genital Mutilation – Part I

Today, more than 30 years of widely unsuccessful efforts for an end Female Genital Mutilation, the time is overdue to identify, name and overcome all the fatal myths, lies and fundamental errors which continue to be spread even by so-called scientists and even most “activists”.

To reveal all those myths is about much more than being right or wrong; it’s about explaining WHY most strategies in the fight to end FGM until now are predestined to fail – and to be not much more than a waste of money, time, energy and resources – while millions of little girls continue to be tortured every year.

It’s about going to the roots and finding out the shameful mechanisms that lead to the continuation of this violent practice.

Finally, it’s about reforming the approaches and strategies, it’s about effective investment of resources and it’s about measurable results. [Read more...]

Die Legende lebt

 

Dass der Reflex, den Islam reinzuwaschen von all den Gräueln, die er als zutiefst frauenfeindliche Ideologie maßgeblich mit zu verantworten hat, nicht nur unter Anhängern dieses Glaubens, sondern auch im wertkonservativen Spektrum durchaus anzutreffen ist – dafür soll uns der Georg Brunold von der FAZ ein weiteres Beispiel liefern.

Mit einem Bonmot von Enzensberger leitet dieser ehemalige Afrika-Korrespondent der „Neuen Zürcher Zeitung“ seine krude Apologie zum Thema Genitalverstümmelung ein. Was nicht ganz unpassend ist, hielt Hannah Arendt dem doch in den Sechziger Jahren ganz zu Recht vor, Auschwitz universalisieren zu wollen, um die Deutschen zu entlasten. „Wenn alle schuldig sind, ist es keiner“, so reagierte sie damals auf Enzensbergers Satz: “Faschismus ist nicht entsetzlich, weil ihn die Deutschen praktiziert haben, sondern weil er überall möglich ist”.

Brunold nun ist wie viele vor ihm angetreten, das Menschheitsverbrechen Genitalverstümmelung zu universalisieren – wenn es schon nicht zu leugnen ist. Die korrekte, wenn auch banale Feststellung, dass FGM eine “vorislamische Tradition” sei, macht auch bei ihm den Anfang, vermag sie doch so leicht zu dem Fehlschluss verleiten, dass zwischen Glaube und Praxis kein Zusammenhang bestehe. [Read more...]

“Die Hälfte des Himmels” oder der Wolf im Schafspelz

Copyright Bild: Verlag C.H. BeckWas tun, wenn selbst die seriösen Blätter den Kopf verlieren? Kürzlich stimmte nun auch die FAZ fröhlich ein in den Lobgesang auf die aktuell vorliegende deutsche Ausgabe von“Die Hälfte des Himmels. Wie Frauen weltweit für eine bessere Zukunft kämpfen” des erfolgverwöhnten Autorenpaars Sheryl WuDunn und Nick D. Kristof. Also jenem Kristof, der nicht selten durch kulturell relativierende Ansichten zu Frauenrechten auffällig wurde, aber dennoch oder gerade deswegen einen festen Platz in der amerikanischen Elite-Journaille inne hat.

Das Buch sei “ein Ereignis”, ist vom begeisterten FAZ-Redakteur zu erfahren. Besonders lobt der Rezensent, dass die beiden Fleiß begabten Autoren “massenhaft länderspezifische Informationen verarbeitet haben, ohne dass je die Spannung nachließe – man folgt dieser bedrückenden Reise um die Welt tatsächlich atemlos”. (Schön, wenn das Grauen endlich auch einmal unserem Anspruch auf gute Unterhaltung gerecht wird.)

“Sie sind keine Dogmatiker”, da ist der FAZ-Mann sicher. Dabei verfügen Kristof und WuDunn geradezu selbstverständlich darüber, welcher Art das Grauen zu sein hat, das es in die Kategorie konsequent zu ahnender Verbrechen schafft und jenem, das eher den kulturellen Schrullen zuzuordnen und daher allenfalls respektvoll und geduldig anzugehen sei.  Denn: “Die Autoren fordern ein hartes Durchgreifen gegen Zwangsprostitution, weil der weiche Weg erfolglos geblieben sei, aber eine diplomatische Strategie beim Vorgehen gegen Mädchenbeschneidungen.” [Read more...]

“Genitalverstümmelung ist internalisiertes Patriarchat”

In dem heutigen WELT-Interview “Ganz pathetisch: Es geht um Freiheit” spricht der Publizist und Geschäftsführer von WADI e.V., Thomas von der Osten-Sacken, über Entwicklungshilfe, die “sogenannte muslimische Welt”, die “Nahost-Politik Obamas” und die Arbeit von WADI für ein Ende der Genitalverstümmelungen an Mädchen im Irak. Einige Auszüge:

“Heute sind Entwicklungshilfeorganisationen eher bürokratische Maschinen geworden. Wo es lohnt, mit guten Gehältern Krisenhopping zu machen, ist man dabei: ein interessantes Karrieremodell. Unsere monatlichen Kosten für 70 lokale Mitarbeiter und Projekte belaufen sich auf die Summe, die zwei UN-Mitarbeiter in Amman für ihren Einsatz im Irak erhalten. Das sind die Dimensionen! Nennen Sie uns doch Entwicklungszusammenarbeiter.” [Read more...]

Europe: Protection of girls from FGM via certificate?

Let’s talk about a phenomene that frequently is  being valuated by organisations and activists as “a good step” to prevent Female Genital Mutilation in Europe. Quote:

“In Belgium the family planning clinics give parents a certificate to prove that their girls are ” intact” before they go on holiday to any place where FGM is practised. They keep a record that could be given to the police if later they discover FGM has been done to that child…It’s a good start…scare the parents…

Same procedure in France…

But before you applaud to this “progressive step” towards the protection of girls - I kindly ask you to think twice: [Read more...]

Genitalverstümmelung & die Fortsetzung des Täter-Opfer-Konflikts…

…bei den westlichen Organisationen und “AktivistInnen”

Seit wir 2007 erstmals in unserem Präventionsprogramm darauf verwiesen haben, dass die regelmäßige medizinische Überprüfung der genitalen Unverehrtheit gefährdeter Mädchen eine Voraussetzung für die effektive Verhinderung der Verstümmelungen ist – und wir letztes Jahr in Vorbereitung der Patenmädchen-Kampagne das gleiche Prinzip für die Organisationen der Entwicklungshilfe adaptiert haben, sorgt diese Forderung immer wieder für Entrüstung innerhalb der westlichen Organisationen und “AktivistInnen”:

Es sei eine Demütigung, den Mädchen regelmäßig “unter die Röcke” zu schauen, um in ihrem intimsten Bereich ihre Unversehrtheit zu überprüfen. So sehen die Entwicklungshilfeorganisationen darin eine Verletzung der Würde und Privatsphäre der Mädchen.

Solche Wertungen sprechen Bände über die dahinter stehende Haltung:

Die Maßnahmen, die für den sicheren Schutz der Kinder vor dieser Gewalt nötig sind, werden als ein gößerer Affront angesehen als die Gewalt selbst! [Read more...]

Ja: Genitalverstümmelung und Unabhängigkeit der Frauen haben miteinander zu tun: Aber anders, als Sie denken.

Bei einem Meinungsaustausch heute ging es darum, dass Frauen unabhängig werden müssen, dann wird auch die Verstümmelung aufhören.

Vielleicht ist Ihnen diese Aussage auch schon einmal begegnet. Sie basiert auf dem Wissen dass die wichtigste Ursache der Verstümmelungen in den Abhängigkeitsverhältnissen zu finden ist.

Ganz ehrlich: Auch ich war jahrelang davon überzeugt, dass gravierende, patriarchal konstruierte Abhängigkeiten von Frauen gegenüber Männern DIE Ursache dafür sind, dass so etwas wie Genitalverstümmelungen überhaupt möglich wird – und man zunächst versuchen müsse, eben diese Ursache zu beseitigen.

Heute weiß ich, dass das nur die halbe Wahrheit ist – und aus einem ganz simplen Grund NICHT funktionieren kann: [Read more...]

Bundesrat will Genitalverstümmelung nicht völlig verbieten

Entfernung der Schamlippen durch Ärzte bleibt legal

Hamburg, den 16. Mai 2010 – Der Bundesrat verabschiedete im März 2010 den Entwurf für einen eigenen Straftatbestand „Genitalverstümmelung“. Verstümmelnde Eingriffe, die von Ärzten durchgeführt werden – wie die Entfernung der inneren Schamlippen – sollen jedoch von der Strafnorm ausgeschlossen bleiben.

Nach dem Willen der Gesetzesinitiatoren sollen Ärzte weiterhin ungestraft Schamlippen abschneiden dürfen. Wörtlich heißt es in der Gesetzesbegründung (BT Drucksache 867-09), es „sollen rein kosmetisch motivierte Eingriffe, wie … die in neuerer Zeit zunehmende Erscheinung der ´Schönheitsoperationen` im Genitalbereich vom Anwendungsbereich der Strafnorm ausgenommen bleiben.“

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