“Genitalverstümmelung ist internalisiertes Patriarchat”

In dem heutigen WELT-Interview “Ganz pathetisch: Es geht um Freiheit” spricht der Publizist und Geschäftsführer von WADI e.V., Thomas von der Osten-Sacken, über Entwicklungshilfe, die “sogenannte muslimische Welt”, die “Nahost-Politik Obamas” und die Arbeit von WADI für ein Ende der Genitalverstümmelungen an Mädchen im Irak. Einige Auszüge:

“Heute sind Entwicklungshilfeorganisationen eher bürokratische Maschinen geworden. Wo es lohnt, mit guten Gehältern Krisenhopping zu machen, ist man dabei: ein interessantes Karrieremodell. Unsere monatlichen Kosten für 70 lokale Mitarbeiter und Projekte belaufen sich auf die Summe, die zwei UN-Mitarbeiter in Amman für ihren Einsatz im Irak erhalten. Das sind die Dimensionen! Nennen Sie uns doch Entwicklungszusammenarbeiter.” [Read more...]

Europe: Protection of girls from FGM via certificate?

Let’s talk about a phenomene that frequently is  being valuated by organisations and activists as “a good step” to prevent Female Genital Mutilation in Europe. Quote:

“In Belgium the family planning clinics give parents a certificate to prove that their girls are ” intact” before they go on holiday to any place where FGM is practised. They keep a record that could be given to the police if later they discover FGM has been done to that child…It’s a good start…scare the parents…

Same procedure in France…

But before you applaud to this “progressive step” towards the protection of girls - I kindly ask you to think twice: [Read more...]

Genitalverstümmelung & die Fortsetzung des Täter-Opfer-Konflikts…

…bei den westlichen Organisationen und “AktivistInnen”

Seit wir 2007 erstmals in unserem Präventionsprogramm darauf verwiesen haben, dass die regelmäßige medizinische Überprüfung der genitalen Unverehrtheit gefährdeter Mädchen eine Voraussetzung für die effektive Verhinderung der Verstümmelungen ist – und wir letztes Jahr in Vorbereitung der Patenmädchen-Kampagne das gleiche Prinzip für die Organisationen der Entwicklungshilfe adaptiert haben, sorgt diese Forderung immer wieder für Entrüstung innerhalb der westlichen Organisationen und “AktivistInnen”:

Es sei eine Demütigung, den Mädchen regelmäßig “unter die Röcke” zu schauen, um in ihrem intimsten Bereich ihre Unversehrtheit zu überprüfen. So sehen die Entwicklungshilfeorganisationen darin eine Verletzung der Würde und Privatsphäre der Mädchen.

Solche Wertungen sprechen Bände über die dahinter stehende Haltung:

Die Maßnahmen, die für den sicheren Schutz der Kinder vor dieser Gewalt nötig sind, werden als ein gößerer Affront angesehen als die Gewalt selbst! [Read more...]

Ja: Genitalverstümmelung und Unabhängigkeit der Frauen haben miteinander zu tun: Aber anders, als Sie denken.

Bei einem Meinungsaustausch heute ging es darum, dass Frauen unabhängig werden müssen, dann wird auch die Verstümmelung aufhören.

Vielleicht ist Ihnen diese Aussage auch schon einmal begegnet. Sie basiert auf dem Wissen dass die wichtigste Ursache der Verstümmelungen in den Abhängigkeitsverhältnissen zu finden ist.

Ganz ehrlich: Auch ich war jahrelang davon überzeugt, dass gravierende, patriarchal konstruierte Abhängigkeiten von Frauen gegenüber Männern DIE Ursache dafür sind, dass so etwas wie Genitalverstümmelungen überhaupt möglich wird – und man zunächst versuchen müsse, eben diese Ursache zu beseitigen.

Heute weiß ich, dass das nur die halbe Wahrheit ist – und aus einem ganz simplen Grund NICHT funktionieren kann: [Read more...]

Bundesrat will Genitalverstümmelung nicht völlig verbieten

Entfernung der Schamlippen durch Ärzte bleibt legal

Hamburg, den 16. Mai 2010 – Der Bundesrat verabschiedete im März 2010 den Entwurf für einen eigenen Straftatbestand „Genitalverstümmelung“. Verstümmelnde Eingriffe, die von Ärzten durchgeführt werden – wie die Entfernung der inneren Schamlippen – sollen jedoch von der Strafnorm ausgeschlossen bleiben.

Nach dem Willen der Gesetzesinitiatoren sollen Ärzte weiterhin ungestraft Schamlippen abschneiden dürfen. Wörtlich heißt es in der Gesetzesbegründung (BT Drucksache 867-09), es „sollen rein kosmetisch motivierte Eingriffe, wie … die in neuerer Zeit zunehmende Erscheinung der ´Schönheitsoperationen` im Genitalbereich vom Anwendungsbereich der Strafnorm ausgenommen bleiben.“

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Genitalverstümmelung und der Irrweg namens “Aufklärung”

Was die Umwege, Irrwege und den Weg zum Ziel voneinander unterscheidet.

Den TAZ-Artikel, um den sich schon mein gestriger Beitrag drehte, nehme ich mir heute noch einmal vor, denn er demonstriert beispielhaft die unreflektierte, irreführene aber leider gängige Botschaft, dass das Ende von Genitalverstümmelungen auf dem Weg der ”Bildung und Aufklärung” zu erreichen sei.

Um diesen Weg als Mythos zu entlarven – und mit aller Vehemenz zu widersprechen, muss ich keine Hellseherin sein. Im Gegenteil: ein aufmerksamer Blick in die Vergangenheit und Gegenwart reicht vollkommen aus:

Nach mehr als 30 Jahren intensiver ”Aufklärung”, vor allem in den afrikanischen Verstümmelungs-Ländern sollte endlich eingesehen werden: Das muss der falsche Weg sein – denn er hat zu praktisch keiner Veränderung, d.h. zu keinem Ende der Verstümmelungen geführt. [Read more...]

Sprachliche Verharmlosung nicht zulassen!

Die Verwendung verharmlosender Begriffe wie „Beschneidung“ stellt eine Behinderung der Bemühungen um ein baldiges Ende der Verstümmelungsgewalt dar.

Die TaskForce unterstützt deshalb in vollem Umfang die BAMAKO-Deklaration des IAC, dem größten afrikanischen Netzwerk zur Überwindung der Genitalverstümmelung.

Wir sehen mit Besorgnis die Erkenntnisresistenz deutscher Organisationen wie UNICEF, PLAN, Care, FORWARD u.a., die sich mit ihrem Beharren auf dem Begriff „Beschneidung“ vor allem in paternalistischer Weise über die Forderungen jener afrikanischen Frauen und Männer hinwegsetzen, die seit Jahrzehnten in ihren Ländern für das Ende der Verstümmelungen kämpfen.

Die TaskForce setzt sich dafür ein, dass die Stimmen der engagierten Afrikanerinnen und Afrikaner in Deutschland gehört und respektiert werden. Wir folgen damit der offiziellen Bitte der Präsidentin des IAC, Berhane Ras-Work, im Einsatz für eine eindeutige Sprache die Position des afrikanischen Netzwerks zu stärken.

Auch die Schirmherrin der TaskForce, Marie Nareku, spricht sich klar für die Verwendung des Begriffs “Genitalverstümmelung” aus:

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Genitalverstümmelung und der Sadismus der TäterInnen

…und die Frage, wann der Westen endlich aufwacht,

drängt sich mir heute Morgen bei der Lektüre eines aktuellen TAZ-Artikels auf:

“Mit den Eisenstäben werden die Mädchen…geschlagen, damit sie brüllen wie Affen…Mit den Rasierklingen wird ihnen die Klitoris abgeschnitten…”

Die Einzelheiten der Bestialitäten, die den Opfern zusätzlich zur Verstümmelung ihrer Genitalien zugefügt werden, dürften die Grenze des Erträglichen bei Menschen mit einigermaßen ausgebildeter Empathiefähigkeit schnell überschreiten [Read more...]

Deutscher Staat muss Genitalverstümmelungs-Opfer entschädigen!

Das Kinderschutz-Projekt „SOS FGM“ informiert über die gesetzliche Pflicht des Staates, Opfer von Genitalverstümmelung
zu entschädigen.
SOS FGM hilft Opfern dieser Gewalttaten, ihre Ansprüche geltend zu machen.

Ziel des gesetzlich verankerten Entschädigungsanspruchs ist es zu gewährleisten, dass das Opfer von Gewalt den Folgen der Tat nicht mehr hilflos gegenüber steht.

Gelingt es der staatlichen Gemeinschaft nicht, Gewalttaten zu verhindern, muss der Staat für die Opfer der Straftaten einstehen – so der Leitgedanke des Opferentschädigungsgesetzes (OEG). [Read more...]

Bundesratsinitiative will Mindeststrafe für Genitalverstümmelung herabgesetzen

Abschiebung der Täter soll auf diese Weise verhindert werden.

Hamburg, den 19. März 2010. In ihrem Gesetzesentwurf zur Schaffung eines Straftatbestandes „Genitalverstümmelung“ wollen die Justizminister Uwe Hahn (Hessen) und Ulrich Goll (Baden-Württemberg) die Herabsetzung der möglichen Mindeststrafe bei Genitalverstümmelung von „nicht unter drei Jahren“ auf „nicht unter zwei Jahre“ durchsetzen.

Damit wollen die Politiker sicherstellen, dass die Täter nach einer Verurteilung nicht abgeschoben werden, wie aus der Bundesrats-Drucksache 867/09 hervorgeht.

Hintergrund: Zum heutigen Zeitpunkt kann die Genitalverstümmelung als schwere Körperverletzung (§226, Abs. 2 StGB) mit einem Mindeststrafmaß „nicht unter drei Jahren“ geahndet werden. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Tat mit geringerer Strafe bewährt wäre. Denn bisher wurde kein einziges Strafverfahren geführt, das Genitalverstümmelung zum Gegenstand hatte. [Read more...]

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