Erste Studie zu Genitalverstümmelungen im Iran: In verschiedenen Regionen ist jede zweite Frau Opfer

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Nachdem in den letzten Jahren zahlreiche fundierte Fakten über die weite Verbreitung der Genitalverstümmelung an Mädchen im Nordirak sowie in Zentral-Irak und im Süden des Landes ans Licht kamen, haben iranische Aktivisten nun gemeinsam mit der österreichischen Organisation „Südwind“ die erste Studie über das Ausmaß der Verstümmelungsgewalt im Iran vorgelegt. Die Ergebnisse sind erschütternd:

In verschiedenen Provinzen des Nord-Iran ist  jedes zweite Mädchen Opfer der Klitoris-Verstümmelung. Auf der Insel Gheshm im Süden des Iran wurden sogar rund 85% der befragten Frauen verstümmelt und mehr als die Hälfte spricht sich dafür aus, auch die Töchter dieser Gewalt zu unterwerfen.

Wie in allen Regionen Asiens und des Mittleren Ostens besteht auch im Iran ein direkter Zusammenhang zwischen der genitalen Verstümmelung von Mädchen und dem Islam: So geben rund 3/4 der Opfer an, die Verstümmelung mache sie zu „echten Muslimas“ und führende Imame rechtfertigen und dulden die Praxis als „nicht verboten“ (Haram), z.B. „aus hygienischen Gründen“ und weil Männer das attraktiv fänden.

Die Studie kann hier heruntergeladen werden.

2 Comments

  1. Dagmar Rehak sagt:

    Man muss diesen Trauma-Kreislauf durchbrechen. Entweder, diese … Menschen hören auf damit, oder man muss ihnen konsequent die Kinder wegnehmen oder sie an der Fortpflanzung hindern.
    Nein, das ist nicht Nazi-Gedankengut.
    Ja, man darf das, wenn man damit großes Leid verhindern kann; man MUSS dann sogar.

  2. Leser sagt:

    Guten Tag! In der Überschrift Ihres Beitrags gibt es einen groben Fehler! Wenn jede zweite Frau im Iran beschnitten worden wäre, wäre das eine Katastrophe. Der Übersetzer oder Autor des Beitrags sollte im Titel des Beitrags erwähnen, dass es sich um bestimmte Regionen handelt und nicht für das ganze Land gilt.

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