Schockierendes Ausmaß schwerer Formen von Genitalverstümmelung in Indonesien

Genitalverstümmelung an Mädchen und wie diese Gewalt im Westen weiter angekurbelt wird. Teil 1: Verharmlosung
22. November 2012
Danke an DRACHENFELS DESIGN!
15. Dezember 2012
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Erschreckendes Ausmaß schwerer Formen von Genitalverstümmelung in Indonesien seit 2003 bekanntMost girls in Indonesia suffer severe forms of Genital Mutilation

USAID führte diese umfangreiche Studie über das Ausmaß von Genitalverstümmelung in Indonesien bereits 2003 durch – verschweigt der Öffentlichkeit aber bis heute die schockierenden Ergebnisse

Sicher erinnern sich viele an den verstörenden NY Times-Artikel, der im Jahr 2008 zum ersten Mal über Massenverstümmelungen an indonesischen Mädchen berichtete. Vier Jahre später – im November 2012 – beschäftigt sich der UK Guardian mit dem Thema und deckt auf, das sich das Problem der Verstümmelungen in Indonesien massiv verschlimmert hat. Die (ohnehin wenigen) Anti-Verstümmelungs-Kampagnen blieben völlig wirkungslos.

Bis 2008 wurde die Existenz und epidemische Verbreitung von Genitalverstümmelungen in Indonesien stets in den Bereich der „vagen Vermutung“ und „unbestätigten Annahme“ verwiesen. Bis heute negieren und ignorieren westliche Politiker, Entwicklungshilfeorganisationen, Frauenrechtsorganisationen und die Mehrheit der „Anti-FGM-Initiativen“ das Problem der Genitalverstümmelungen in Indonesien und Asien. Gleichzeitig trivialisieren sie das Ausmaß der Verletzungen mit der Begründung, die Verstümmelungen in Indonesien seien nicht vergleichbar mit denen, die in Afrika verübt werden, da sie eher „symbolischer Natur“ seien und ohne ernsthafte Verletzungen auskämen.

Vor diesem Hintergrund ist es höchst irritierend, dass der einflussreiche amerikanische Entwicklungshilfe-Konzern USAID bereits im Jahr 2003 eine profunde wissenschaftliche Studie über die Verbreitung von Genitalverstümmelungen in Indonesien finanziert und begleitet hat, die schockierenden Ergebnisse in der Öffentlichkeit jedoch verschweigt bzw. weitgehend vorenthält (*1):

72% der indonesischen Mädchen erleiden gravierende gewaltsame Genitalverstümmelungen: Die meisten extremen Formen (Klitoridektomie = Abtrennen der Klitoris) werden in einem modernen, urbanen und gebildeten Umfeld verübt.

In 2003, USAID funded and conducted this extensive study about the prevalence of FGM in Indonesia – but until today, USAID is hiding, ignoring and denying it’s shocking outcome!

Certainly, one remembers the disturbing NY Times article, that in 2008 has been reporting for the first time about the mass mutilation of little girls in Indonesia. Four years later – in November 2012 – an article at the UK Guardian is taking on the issue and brings to light that the problem has been worsened in Indonesia and that „Anti-FGM campaigners have proved ineffective…“

Until 2008, the existence and prevalence of Female Genital Mutilation in Indonesia has always been claimed to be uncertain, with non proven evidence. And still today, Western politicians, development agencies and most Anti-FGM-campaigners completely ignore this problem in Indonesia and Asia by saying that anyway, FGM there would only include „ritual prickings“ of the clitoral hood and thus be less harmful.

Therefore, it is most irritating that already in 2003, an extensive scientific study about the prevalence of FGM in Indonesia had been funded and conducted by USAID – the world’s most powerful and influential development company – withscandalising outcome – but  being hidden from broad public (*1):

72% of girls in Indonesia suffer severe mutilations of their genitalia: In a modern, urban and highly educated environment, the highest rate of the most brutish mutilation (Excision of the clitoris) is prevalent

Die Studie wurde in 8 Distrikten Indonesiens durchgeführt und deckt die größten ethnischen Volksgruppen von Osten bis Westen des Landes ab. Hier einige wichtige Erkenntnisse:

– Die Verstümmelungs-Rate erreicht in den meisten Gebieten 100%  und fällt in keinem Distrikt unter 86%. (Seite 25)

– 72% der Mädchen werden weitreichenden, extrem schmerzhaften Formen der Genitalverstümmelung unterworfen, einschließlich des Ein- und Abschneidens der Klitoris. (Seite40)

– Das größte Ausmaß (50%) der schwerwiegendsten Verstümmelung (Exzision der Klitoris) wurde in einem modernen, urbanen und gebildeten Umfeld (Padang City) und der umliegenden Region (Padang Priaman) festgestellt. (page 25)

– Fast alle schweren Verstümmelungen  (z.B. Klitoridektomie)

50% der Mädchen in einem urbanen, gebildeten Umfeld (Padang) werden schwerer Verstümmelung (Abtrennen der Klitoris) unterworfen

werden von professionellem medizinischem Personal wie Hebammen, Ärzten und Krankenpflegern verübt. (Seite 30).

Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Modernisierung und Medikalisierung der Verstümmelungen und der Zunahme schwerer Verstümmelungen (Exzision).

In der Studie wird sowohl die massive Verbreitung als auch die enorm hohe Anzahl schwerer Verstümmelungen so detailliert beschrieben, dass die Aussagen über „unbestätigte Informationen“ oder „nur vage Vermutungen“ fundiert widerlegt werden können.

Genitalverstümmelung in Indonesien ist ein rein islamisches Problem – mit dem Islam eingeführt, gerechtfertigt, propagiert und weiter verbreitet

In der Stadt Bandung organisiert die islamische Assalaam Foundation jedes Jahr Massenverstümmelungen an Mädchen

Während westliche Politiker und Organisationen weiterhin die weibliche Genitalverstümmelung zu einem “kulturell tief verwurzelten” Phänomen erklären, das nichts mit Religion zu tun habe und “von keiner großen Religion gefordert werde” (*2), werden diese Phrasen von den tatsächlichen Fakten als Ausdruck grober Ignoranz entlarvt:

Weibliche Genitalverstümmelung wurde nach Indonesien –ebenso wie in andere asiatische Länder wie die Maldiven and Malaysia und die meisten westafrikanischen Länder – mit dem Islam eingeführt, als religiöse Pflicht: Vor der Islamisierung (15. bis 18. Jahrhundert), waren Genitalverstümmelungen in Asien/Indonesien unbekannt und werden heute nahezu ausschließlich in islamisierten Gebieten verübt. In der Landessprache und den regionalen Sprachen existierte nicht einmal ein Begriff für Genitalverstümmelung, daher werden die arabischen Begriffe “Khitan”, “Sunnah” and “Khifad” zur Umschreibung  verwendet – und verweisen gleichzeitig auf die arabische Herkunft dieser Gewalt.

Bereits 1998 verwiesen Andrée Feillard und Lies Marcoes auf die Tatsache, dass die weibliche Genitalverstümmelung von muslimischen Klerikern in Indonesien eingeführt und verbreitet wurde – ein Prozess, der bis heute andauert:

“What made people believe that FGM is a pre-condition to become a Muslim is thefact that reputable Islamic leaders like Kyai Ali Yafie, who is known to be gender sensitive, also still emphasized the continuation of FC practices “according to current directives” (Studie, Seite 10)

Heute organisiert z.B. die islamische Yayasan Assalaam Foundation offene und öffentliche Massenverstümmelungen in der Stadt Bandung, bei der mehrere hundert Mädchen gleichzeitig verstümmelt werden und die Opferzahl jedes Jahr kontinuierlich steigt.

Mit Beliebigkeit oder gar Zufall haben diese Fakten nichts zu tun und sie überraschen auch nicht, denn die Mehrheit der indonesischen Muslime folgt der shafi’itischen Rechtsschule, die weibliche Genitalverstümmelung als islamische Pflicht propagiert:

“Circumcision is obligatory (for every male and female) by cutting off the piece of skin on the glans of the penis of the male,but circumcision of the female is by cutting out the clitoris (this is called HufaaD).”

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die weibliche

Genitalverstümmelung hat keinerlei „kulturelle Wurzeln“ in Indonesien – sondern wurde mit dem Islam eingeführt.

Genitalverstümmelung in Indonesien ein sehr junges Phänomen darstellt, das – ebenso wie in vielen westafrikanischen Ländern – keineswegs „tief in der Kultur des Landes verwurzelt ist“.
Im Gegenteil – Genitalverstümmelung muss in diesen Ländern als Symptom und Folge der Verdrängung und Überlappung ursprünglicher, gewachsener Kultur durch den Islam und seine Dogmen gesehen werden.

Die Menschen in Indonesien verüben Genitalverstümmelung nicht etwa aus Mangel an Bildung und Wissen – was übrigens für sämtliche Verstümmelungskulturen zutrifft – sondern sie unterwerfen ihre Töchter dieser Gewalt im vollen Bewusstsein des Leids und der Schmerzen, die sie ihnen damit zufügen – aus einem einfachen Grund: Sie ordnen die individuellen Rechte und Interessen ihrer Kinder den religiösen Ansprüchen nach Unterwerfung, Kontrolle und der Erfüllung der pathologischen männlichen Jungfäulichkeits-Obsession unter.

Ob es für die Mädchen in Indonesien eine Zukunft ohne die Gewalt der Genitalverstümmelung geben wird, hängt auch maßgeblich davon ab, dass die Weltöffentlichkeit, Politiker und Entwicklungshilfeorganisationen ihre ignorante Haltung gegenüber dem Leid dieser Kinder aufgibt und mit Druck auf die indonesische Regierung zur Umsetzung eines wirksamen Verbotes und dessen Durchsetzung einwirkt.

(*1) In einem weiteren Artikel werden wir uns intensiver mit der kritikwürdigen Haltung und dem fatalen Einfluss von USAID auf die Perpetuierung der Verstümmelungsgewalt befassen und der Frage nachgehen, warum der Konzern die nachgewiesenen Daten und Fakten über das Ausmaß der Genitalverstümmelungen in Indonesien vehement leugnet.

(*2) Scott Redloff, Direktor/Office of Population and Reproductive Health, USAID, 2008

 

Fotos (C) Stephanie Sinclair, Aulia Akbar, Azlan DuPree


The study has been conducted in 8 districts of Indonesia, covering several major ethnic groups from the western to the eastern parts of the country.

– In the majority of districts, the prevalence of FGM is as high as 100% and it does not go below 86% in any area. (page 25)

– 72% of girls are subjected to very harm- and painful forms of Genital Mutilation, involving incision and excision of the clitoris (page 40)

– The highest prevalence (50%) of the most severe mutilation (Excision of the clitoris) is to be found in a modern, urban and highly educated environment (Padang city) and it’s region (Padang Priaman) (page 25)

– Almost all extremely damaging forms of FGM (i.e. Excision) are perpetrated by trained medical staff such as midwifes, medical doctors and nurses (page 30).

There is a direct link between the modernisation and

 

medicalisation of FGM and the increase of severe forms (Excision).

In fact, this study describes the extremely high prevalence of FGM as well as the prevalence of severe forms so detailed that no one could ever claim that FGM in Indonesia would not be evident or reported.

Female Genital Mutilation in Indonesia is solely an Islamic Problem – imported, justified and enforced through Islamisation

While Western politicians and organisations continue to describe Female Genital Mutilation as a „deeply rooted, cultural“ issue that has nothing to do with religion and „is not condoned by any major religion“ (*2), the facts and data about FGM in Indonesia are unveiling such phrases as nothing but expressions of profound ignorance:

 

To Indonesia – as well as to other Asian countries like Maldives and Malaysia – and to the most West African countries, Female Genital Mutilation has been imported and enforced with Islam – as religious duty: Before islamisation (15th to 18th century), Female Genital Mutilation was unknown and not perpetrated in Asia/Indonesia and is still not in those regions that remain untroubled by Islam. In fact, there are not even words in the Indonesian native languages for FGM, so it being named with the Arab words „Khitan“, „Sunnah“ and „Khifad“.

Already in 1998, Andrée Feillard and Lies Marcoes unveiled the fact that Female Genital Mutilation has been introduced and enforced in Indonesia by Muslim scholars within the process of islamisation – that still continues:

„What made people believe that FGM is a pre-condition to become a Muslim is thefact that reputable Islamic leaders like Kyai Ali Yafie, who is known to be gender sensitive, also still emphasized the continuation of FC practices “according to current directives” (study, page 10)

Today, the Islamic Yayasan Assalaam Foundation is openly and publicly organising and financing mass-mutilations of girls in Bandung – with a growing number of victims every year.

All this is not a coincidence nor surprise, as the majority of Indonesian Muslims is following the Shafii’q school that is propagating Female Genital Mutilation as Islamic duty:

„Circumcision is obligatory (for every male and female) by cutting off the piece of skin on the glans of the penis of the male, but circumcision of the female is by cutting out the clitoris (this is called HufaaD).“

Altogether, it becomes obvious that Female Genital Mutilation

 

has a very short history in Indonesia. It is – as well as in many West-African-societies –  NOT „deeply rooted in the culture“, in contrary: It is a sign of overlapping and repressing the ancient culture with the Islamic dogmata.

The people in Indonesia who are perpetrating Female Genital Mutilation are NOT acting out of lacking education or information – so does not a single FGM-perpetrating community – but they perpetrate this crime in full awareness of the pain and suffering it causes, just because with the religious duties and rules of Islam that include the fulfillment of pathological male obsession about virginity, they accepted and agreed a whole slew of manifestations of opression, violence, control and deprivation of rights against girls and women…

With Islam, the inhibition threshold for even the most inhumane and degrading forms violence against women and children – including FGM –  receded dramatically.

The question we ask is how long the world public still wants to turn blind eyes on these facts and the suffering of nearly all girls in the world’s largest Muslim population Indonesia?!

 

(*1) Our next article will deal with the fact that despite the study’s proven evidence, extremely high prevalence and severity of FGM in Indonesia, USAID has been hiding, ignoring and denying these facts and data until now (2012)

(*2) Scott Redloff, Director/Office of Population and Reproductive Health, USAID, 2008

Fotos (C) Stephanie Sinclair, Aulia Akbar, Azlan DuPree

2 Kommentare

  1. […] überraschend sind diese Zahlen nicht, denn auch im Nachbarland Indonesien wird mittlerweile die Mehrheit der Mädchen den schmerzhaften Eingriffen unterworfen. Ebenso wie bei der Verbreitung der Genitalverstümmelungen von Ost- nach Westafrika ist auch in […]

  2. Theresa sagt:

    Die Würde der Frau ist unantastbar!
    Allah wird diese Männer in der Hölle vom Teufel verstümmeln lassen!

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