Deutschland: Falsche Zahlen von UNICEF und Terre des Femmes

Petition gegen Verharmlosung von Genitalverstümmelung
10. Februar 2010
Stellungnahme zur Bundestagsanhörung
10. Februar 2010
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Die TaskForce korrigiert Fehler von UNICEF, Terre des Femmes und dem Berufsverband der Frauenärzte in der Broschüre „Schnitte in Körper und Seele“, die im Jahr 2005 veröffentlicht wurde.

In dieser Broschüre wird u.a. eine Umfrage ausgewertet, die sich 2005 an GynäkologInnen richtete. Die Auswertung einiger Fragen wurde fehlerhaft durchgeführt: es entsteht der Eindruck, einige Probleme seien von einer geringeren Relevanz als sie tatsächlich sind.

Die TaskForce hat bereits im Januar 2007 alle involvierten Organisationen auf diese Fehler hingewiesen. Eine Überarbeitung blieb jedoch aus, es werden bewusst fehlerhafte Daten verbreitet.

Die „TaskForce“ korrigiert Fehler von UNICEF, TERRE-DES-FEMMES und dem Berufsverband der Frauenärzte in der Broschüre „Schnitte in Körper und Seele“, die im Jahr 2005 veröffentlicht wurde

In dieser Broschüre wird u.a. eine Umfrage ausgewertet, die sich 2005 an GynäkologInnen richtete.
Die Auswertung einiger Fragen wurde fehlerhaft durchgeführt, sodass der Eindruck entsteht, verschiedene Probleme seien von einer geringeren Relevanz als sie tatsächlich sind.

Die „TaskForce für effektive Prävention von Genitalverstümmelung“ hat bereits im Januar 2007 alle involvierten Organisationen auf diese Fehler hingewiesen, die jedoch bisher eine Überarbeitung unterlassen haben und somit wissentlich fehlerhafte Daten weitergeben

Die gesamte Broschüre bedarf zudem einer sprachlichen Überarbeitung, um den inakzeptablen, verharmlosenden Ausdruck „Beschneidung“ durch den korrekten Begriff „Genitalverstümmelung“ zu ersetzen.

Nachstehend geben wir einen Überblick der zu überarbeitenden und zu korrigierenden Stellen der Studie:

In der ersten Frage wird eruiert, wie viele der befragten ÄrztInnen bereits genitalverstümmelte Patientinnen in ihrer Praxis behandelt haben. 212 von 493 ÄrztInnen beantworteten diese Frage mit „ja“.

Auf diese 212 ÄrztInnen (und nicht etwa die Gesamtzahl) muss sich die Auswertung der Fragen 2, 5, und 6 beziehen, denn sie setzen die Behandlung verstümmelter Patientinnen voraus.

Die korrigierte Auswertung ergibt:

Frage 2:

  • 67,7% der ÄrztInnen gaben an, dass die PatientInnen sie im Zuge von Schwangerschaft/Entbindung konsultierten
  • 39,3% der Frauen wünschten eine Vorsorgeuntersuchung

Frage 5:

  • 1,4% der ÄrztInnen wurden gefragt, selbst eine Verstümmelung vorzunehmen.

Frage 6:

  • 16,5% der ÄrztInnen wussten von Patientinnen, die ihre Töchter im Heimatland verstümmeln lassen wollten

Mit der Beantwortung der Frage 3 wird herausgefunden, wie viele ÄrztInnen bereits genitalverstümmelte Patientinnen entbunden haben. 150 ÄrztInnen beantworten diese Frage mit „ja“. Auf diese 150 ÄrztInnen muss sich die Auswertung der Frage 4 beziehen, denn sie setzt die Betreuung verstümmelter Frauen bei der Geburt voraus:

Die korrigierte Auswertung der Frage 4 ergibt folgendes Bild:

  • 23,3% der ÄrztInnen wurden mit der Anfrage nach Reinfibulation (Wiedervernähen der Vagina bis auf eine kleine Öffnung) nach der Geburt konfrontiert.
  • 35,3% der Frauen führten chronische Schmerzen in die Praxis

Die gesamte Broschüre bedarf außerdem einer sprachlichen Überarbeitung, um die korrekte Terminologie „Genitalverstümmelung“ an die Stelle des verharmlosenden Begriffes „Beschneidung“ zu setzen.

Die „TaskForce“ übernimmt an deren Stelle die Überarbeitung und Korrektur wie folgt:

In der ersten Frage wird eruiert, wie viele der befragten ÄrztInnen bereits genitalverstümmelte Patientinnen in ihrer Praxis behandelt haben. 212 von 493 ÄrztInnen beantworteten diese Frage mit „ja“.

Auf diese 212 ÄrztInnen muss sich die Auswertung der Fragen 2., 5., und 6. beziehen, denn sie setzen die Behandlung verstümmelter Patientinnen voraus.

Die korrigierte Auswertung ergibt folgendes Bild:

Frage 2.

  • 67,7% der ÄrztInnen gaben an, dass die PatientInnen sie im Zuge von Schwangerschaft/Entbindung konsultierten
  • 39,3% der Frauen wünschten eine Vorsorgeuntersuchung
  • 35,3% der Frauen führten chronische Schmerzen in die Praxis

Frage 5.

  • 1,4% der ÄrztInnen wurden gefragt, selbst eine Verstümmelung vorzunehmen.

Frage 6.

  • 16,5% der ÄrztInnen wussten von Patientinnen, die ihre Töchter im Heimatland verstümmeln lassen wollten

Mit der Beantwortung der Frage 3. wird herausgefunden, wie viele ÄrztInnen bereits genitalverstümmelte Patientinnen entbunden haben. 150 ÄrztInnen beantworten diese Frage mit „ja“. Auf diese 150 ÄrztInnen muss sich die Auswertung der Frage 4. beziehen, denn sie setzt die Betreuung verstümmelter Frauen bei der Geburt voraus:

Die korrigierte Auswertung der Frage 4. ergibt folgendes Bild:

Fast ein Viertel (23,3%) der ÄrztInnen wurde mit der Anfrage nach Reinfibulation (Wiedervernähen der Vagina bis auf eine kleine Öffnung) nach der Geburt konfrontiert.

2 Kommentare

  1. […] – Auch die falsch ausgewerteten Ergebnisse einer Gemeinschaftsbroschüre mit Unicef wurden von Terre d… […]

  2. […] – Genitalverstümmelung in Deutschland: Falsche Zahlen von Unicef und Terre des Femmes (2010) […]

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