Genitalverstümmelung an Mädchen in Deutschland: Schutz bisher nur durch „Kommissar Zufall“!
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Erinnerung an Monika Gerstendörfer

Heute vor einem Jahr verstarb unsere Unterstützerin, Freundin und Mentorin Monika Gerstendörfer, die mit ihrem Wissen, ihren Analysen und ihren Forderungen für den Schutz von Kindern vor Gewalt ihrer Zeit immer weit voraus war. Im folgenden Artikel „Mensch-Frau-Maschine und die Lizenz zur Amputation!“-  mit dem wir an das Vermächtnis von Monika erinnern – brachte sie bereits 2004 ein Problem haarscharf auf den Punkt, das heute aktueller denn je ist: Sogenannte „Intim-OPs“.

Besonders aktuell zeigt die von uns vielfach kritisierte Gesetzesvorlage zur Schaffung eines expliziten Straftatbestandes „Genitalverstümmelung“, wie „normal und legitim“ solche OPs bereits geworden sind: Denn nach dem Willen deutscher Politiker sollen genitalverstümmelnde Intim-Operationen durch Ärzte weiterhin straffrei bleiben.

Mensch-Frau-Maschine und die Lizenz zur Amputation!
Designervagina: nur eine Identitätsstörung?

„Ich werde hier keine Beschreibung der weiblichen
Organe geben, da sie abscheulich sind.“
(Linné, Naturforscher, 18. Jh.

In der Sendung frautv des WDR-Fernsehens gab es am 7. Mai 2003 einen Beitrag zur sog. Designervagina, die man als neuen „Trend“, der selbstverständlich aus den USA kommt, bezeichnet. Gut, dass dieser angebliche Trend einmal öffentlich gemacht wird.

Aber ist es wirklich nur ein Trend, der recht harmlos dem Phänomen des „Schönheitswahns“ – wie Brustvergrößerung, Fettabsaugen und Gesichtskorrekturen – untergeordnet werden kann?

Wer nicht gleich kapiert, was hier tatsächlich getan wird, dem oder der sei mit einer Kurzbeschreibung ohne das verharmlosende Lifestyle-Vokabular geholfen:
Es geht darum, dass Ärzte (besser: Menschen, die ihr medizinisches Wissen in bare Münze umwandeln) mit Skalpell, Nadel und Schweißgerät auf das jeweils sehr individuell gestaltete Energiezentrum eines weiblichen Menschen losgehen, um dort durch Teilamputationen und Verschweißen des wundervollsten und empfindsamsten Gewebes, das uns die Natur geschenkt hat, einen nicht mehr zu reparierenden Schaden anzurichten.

Neu ist das nicht …

 
Wir kennen das „Phänomen“ von den Genitalverstümmelungen an mindestens zwei Millionen Frauen aus Teilen Afrikas, Asiens, Nord- und Südamerikas. Frauen, von denen sich die „modernen Geld-Chirurgen“ mit Sicherheit haben inspirieren lassen. Auch da wird die Vagina nach erheblichen Amputationen verkleinert (für wen?). Der „nennenswerte Fortschritt“ in unseren Ländern ist, dass man mit Hightech-Lasern weg-, ver- und zuschweißt und das Ganze unter Narkose verbricht.
Bekannt sind uns solche Menschenrechtsverletzungen (inzwischen) auch durch die Genitalverstümmelungen an Hermaphroditen (Zwitter) durch sog Kindergynäkologen. Diese systematischen Wahnsinnshandlungen wurden erst in den letzten Jahren aufgedeckt; blieben bislang aber noch ungestraft. Die Tatsache, dass derartige „Phänomene“ jeweils aus den USA zu uns herübergeschwappt sind, hat eine gewisse Logik: Die mentalen Ursprünge liegen in einem üblen, alt-testamentarisch christlichen Fundamentalismus begründet. Altkirchenvater Augustinus (4. Jh.), ein Frauenhasser par excellence, wäre begeistert! Seiner Misogynie (Frauenhass) verdanken wir nicht nur die Idee vom „gerechten Krieg“ (bellum justum), sondern auch sämtliche Konzepte, was Verhütung und Abtreibungsregelungen angeht. Bis heute!
Dieses spätantike Gedankengut hat sich über alle Zeiten hinweg retten können: Hexenverbrennungen oder öffentlich ernsthaft geführte Diskussionen zu der Frage, ob „die Weiber Menschen sind?“ (das war die Zeit der „Aufklärung“) und dogmatisch propagierte Sätze wie „Die Annahme, eine Frau könne sexuelle Lust empfinden, ist eine niederträchtige Verleumdung!“ (Arzt namens Acton, lebte zu Zeiten von Sigmund Freud) markieren nur die dicksten Hüpfstellen auf diesem Weg bis in die heutige Zeit.

Doch dies sei nur die grobe Hintergrundskizze, die jedoch wichtig ist, weil die Rechtfertigungen für solche Verbrechen eine hohe Musterähnlichkeit aufweisen. Als „Gründe“ werden – wie immer – angeführt:

1. Körperliche Mängel und Defekte der Frauen, besser: der als nicht-männlich Klassifizierten (biologisch und evolutionstechnisch „begründet“),
2. ihre „Unreinheit“ (heute „Körperhygiene“ genannt),
3. ihre Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten,
4. ihre quasi natürliche Fremdbestimmtheit und Verfügbarkeit durch und für „den Mann“.

Es ist wichtig, zu erwähnen, dass solche „Begründungen“ auf vielfältige Art und Weise propagiert und unter dem Deckmäntelchen unangefochtener Autoritäten (z.B. der eines Arztes) verbreitet werden. Auf Menschen, denen der Untertanengeist eingeimpft wurde, wirkt so etwas natürlich besonders gut. Da könnte man noch so viele Fälle aus der unrühmlichen Historie der Ärzteschaft – insbesondere, was die Zurichtung der Frauenkörper angeht – aufzählen.
Nicht wenige traditionelle Medien leisten denen gute Dienste, weil sie die gehirnwäscheartigen Strategien (ob nun bewusst oder aus purer Naivität) mittragen und durch ihre zunehmend rein monetäre Ausrichtung (Einschaltquoten, Auflagen) relativ unkritisch und schon gar nicht engagiert berichten….

(Den vollständigen Aufsatz können Sie hier herunterladen)

1 Kommentar

  1. […] “Designervagina: nur eine Identitätsstörung?”, Aufsatz der 2010 verstorbenen Dipl. Psychologin Monika […]

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