Genitalverstümmelung an Mädchen: Deutsche Ärzte wollen weiter schweigen

Die Bundesärztekammer und Verbände der Ärzteschaft wollen durch ihr Schweigen auch weiterhin Genitalverstümmelungs-Täter schützen

Bereits vor drei Jahren machten die TaskForce für effektive Prävention von Genitalverstümmelung und der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) aufmerksam auf die Rolle der Ärzteschaft bei der ausbleibenden Strafverfolgung gegen Eltern, die ihre Töchter der Genitalverstümmelung unterwerfen. Rund 50.000 in Deutschland gefährdete Mädchen können zu Opfern einer Genitalverstümmelung werden.

Die Verstümmelung der Genitalien eines Mädchens bedeutet zweifelsfrei eine schwere Körperverletzung. Der Elternteil, der diese Verstümmelung zulässt oder veranlasst, ist immer Anstifter oder Mittäter.

Die Straftat kann nur verfolgt werden, wenn die Körperverletzung auch festgestellt ist, was i.d.R. nur durch den untersuchenden Arzt stattfinden kann. Dieser aber unterliegt der medizinischen Schweigepflicht und darf deshalb seine Feststellung nicht an die Strafverfolgungsbehörden weitergeben. Da das Strafrecht erst dann angewandt werden kann, wenn diese Behörden Kenntnis eines Verbrechens erhalten, führt hier die Schweigepflicht zum Schutz der Täter. [Read more…]

„Genitalverstümmelungen der Polizei zu melden muss gesetzliche Pflicht werden“

Ebenso wie in Deutschland müssen auch englische Ärzte bislang keine Meldung an Polizei und Jugendämter geben, wenn Mädchen von Genitalverstümmelung bedroht oder betroffen sind. Das muss sich ändern, fordert London's Bürgermeister

Ebenso wie in Deutschland müssen auch englische Ärzte bislang keine Meldung an Polizei und Jugendämter geben, wenn Mädchen von Genitalverstümmelung bedroht oder betroffen sind. Das muss sich ändern, fordert London’s Bürgermeister

London’s Bürgermeister Boris Johnson fordert die Einführung einer gesetzlichen Meldepflicht für Ärzte, Lehrer und Sozialarbeiter, wenn Mädchen von Genitalverstümmelung bedroht oder betroffen sind.

Auf einer Konferenz, die zu diesem Thema vor wenigen Tagen im Londoner Rathaus stattfand, stellte Johnson fest:

„Solange wir nicht erreicht haben, dass für alle staatlichen Behörden die Pflicht besteht Informationen über Genitalverstümmelungen zu melden, wird die Polizei nicht in der Lage sein Opfer zu schützen und Täter vor Gericht zu bringen…(…) Eine gesetzliche Meldepflicht einzuführen bedeutet jene Unklarheiten zu beseitigen, wie sich Fachkräfte zu verhalten haben, die Mädchen oder Frauen als gefährdet oder bereits Opfer identifizieren…“ [Read more…]

Genitalverstümmelung in Kenia: Täter aus Kuria verurteilt

Wie in fast allen Verstümmelungsgesellschaften erweisen sich die Kuria in Kenia als resistent gegen

Wie in fast allen Verstümmelungsgesellschaften erweisen sich die Kuria in Kenia als resistent gegen „Aufklärung“ über Genitalverstümmelung und verüben dieses Verbrechen weiterhin unvermindert. Nur das konsequente Einschreiten von Polizei und Behörden kann die Mädchen wirksam schützen

Wie die kenianische Daily Nation berichtet, wurde vor wenigen Wochen das Elternpaar Samuel und Jane Mabanga aus  Kuria-Distrikt zu drei Jahren Haft oder je 300.000 SH (rund 2.800,-€) verurteilt, weil es seine 13-jährige Tochter an den Genitalien verstümmeln ließ.

Die beiden Täter ließen die Verstümmelung im Dezember letzten Jahres in einem Dorf des Kuria-Distrikts verüben. Genitalverstümmelung an minderjährigen Mädchen gilt in Kenia seit 2001 als strafbares Verbrechen.

Das Opfer überlebte die Misshandlung nur knapp und musste mit schweren Blutungen im Kehancha Sub-County-Krankenhaus behandelt werden.

Die Mitarbeiter des Krankenhauses alarmierten die Polizei und ermöglichten damit die Strafverfolgung des Täterpaares.

Die Richterin betonte die Schwere der Tat und erklärte, dass „harte Strafen die Eltern davon abhalten werden, das Leben ihrer Töchter auf diese Weise zu gefährden.“ [Read more…]

Get Adobe Flash player