Genitalverstümmelung an Mädchen: Deutsche Ärzte wollen weiter schweigen

Die Bundesärztekammer und Verbände der Ärzteschaft wollen durch ihr Schweigen auch weiterhin Genitalverstümmelungs-Täter schützen

Bereits vor drei Jahren machten die TaskForce für effektive Prävention von Genitalverstümmelung und der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) aufmerksam auf die Rolle der Ärzteschaft bei der ausbleibenden Strafverfolgung gegen Eltern, die ihre Töchter der Genitalverstümmelung unterwerfen. Rund 50.000 in Deutschland gefährdete Mädchen können zu Opfern einer Genitalverstümmelung werden.

Die Verstümmelung der Genitalien eines Mädchens bedeutet zweifelsfrei eine schwere Körperverletzung. Der Elternteil, der diese Verstümmelung zulässt oder veranlasst, ist immer Anstifter oder Mittäter.

Die Straftat kann nur verfolgt werden, wenn die Körperverletzung auch festgestellt ist, was i.d.R. nur durch den untersuchenden Arzt stattfinden kann. Dieser aber unterliegt der medizinischen Schweigepflicht und darf deshalb seine Feststellung nicht an die Strafverfolgungsbehörden weitergeben. Da das Strafrecht erst dann angewandt werden kann, wenn diese Behörden Kenntnis eines Verbrechens erhalten, führt hier die Schweigepflicht zum Schutz der Täter. [Read more…]

Genitalverstümmelung an Mädchen: Bundesärztekammer boykottiert wirksame Maßnahmen…

Die Bundesärztekammer kann nicht belegen, dass Verstümmelungsopfer in Deutschland keine angemessene Hilfe erhalten. Auch kann sie nicht erklären, warum der Diagnoseschlüssel S38.2 -

Die Bundesärztekammer kann nicht belegen, dass Verstümmelungsopfer in Deutschland keine angemessene Hilfe erhalten. Auch kann sie nicht erklären, warum der Diagnoseschlüssel S38.2 – „traumatische Amputation der äußeren Genitalorgane“ – zur Erfassung dieser Verletzungen nicht ausreichen sollte.

 …und setzt zur Ablenkung auf populistische Aktionen

Hamburg, den 22.05.2013. Vor zwei Monaten ließ die Bundesärztekammer über ihren Menschenrechtsbeauftragten Dr. Ulrich Clever erklären, sie unterstütze die Aufnahme der weiblichen Genitalverstümmelung in den medizinischen Diagnoseschlüssel (ICD 10). Erst dann, so suggerierte Clever, “können Ärzte endlich eine klare diagnostische und damit auch therapeutische Zuordnung treffen“ und es würde “klargestellt, dass die Krankenkassen notwendige Behandlungen für die betroffenen Frauen ausnahmslos übernehmen“.

Die Bundesärztekammer will sich damit einer im Jahr 2011 gestarteten Aktion des Vereins Terre des Femmes e.V. anschließen, die bereits damals kritisiert wurde: Denn schon zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich die Verletzung der Genitalverstümmelung problemlos erfassen, verschlüsseln und behandeln  –  und zwar mit der ICD-Nummer S38.2 – “traumatische Amputation der äußeren Genitalorgane“. [Read more…]

Neu im Blog: Genitalverstümmelung & Bundesärztekammer – Populismus statt wirksamer Hilfe

 

Unser neuer Blog-Artikel hinterfragt kritisch das "Engagement" der Bundesärztekammer für einen eigenen Diagnoseschlüssel "Genitalverstümmelung"

Unser neuer Blog-Artikel hinterfragt kritisch das "Engagement" der Bundesärztekammer für einen eigenen Diagnoseschlüssel "Genitalverstümmelung"

Wie wir im Februar berichteten, lehnt die Bundesärztekammer die Einführung einer ärztlichen Meldepflicht ab, wenn minderjährige Mädchen von Genitalverstümmelung bedroht oder betroffen sind und stärkt damit den Schutz der Täter.


Statt sich endlich für diesen dringend notwendigen Schritt stark zu machen, unterstützt die Ärztekammer jetzt eine beispiellose Populismus-Aktion, bei der es um die Einführung eines eigenen Diagnoseschlüssels „Genitalverstümmelung“ geht:

Dabei fehlen bisher jegliche Belege für dessen Notwendigkeit – d.h. die Krankenkassen bestätigen, dass sie selbstverständlich die notwendigen Behandlungskosten für Verstümmelungsopfer übernehmen und es gibt einen Code (S38.2), unter dem sämtliche Formen der „traumatischen Amputation der äußeren Genitalorgane“ erfasst werden können. 

In einem heutigen Schreiben bitten wir die Bundesärztekammer um Stellungnahme.

In unserem aktuellen Blog-Artikel finden Sie alle Hintergründe.

 

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