“Genitalverstümmelung ist internalisiertes Patriarchat”

In dem heutigen WELT-Interview “Ganz pathetisch: Es geht um Freiheit” spricht der Publizist und Geschäftsführer von WADI e.V., Thomas von der Osten-Sacken, über Entwicklungshilfe, die “sogenannte muslimische Welt”, die “Nahost-Politik Obamas” und die Arbeit von WADI für ein Ende der Genitalverstümmelungen an Mädchen im Irak. Einige Auszüge:

“Heute sind Entwicklungshilfeorganisationen eher bürokratische Maschinen geworden. Wo es lohnt, mit guten Gehältern Krisenhopping zu machen, ist man dabei: ein interessantes Karrieremodell. Unsere monatlichen Kosten für 70 lokale Mitarbeiter und Projekte belaufen sich auf die Summe, die zwei UN-Mitarbeiter in Amman für ihren Einsatz im Irak erhalten. Das sind die Dimensionen! Nennen Sie uns doch Entwicklungszusammenarbeiter.” [Read more...]

Betrug an Spendern: Patenkindorganisationen dulden weiter Genitalverstümmelung

Hamburg, den 10.08.2010. Im September 2009 wurden mit der Patenmädchen-Kampagne erstmals schwere Kinderrechtsverletzungen in deutschen Entwicklungshilfeprojekten ans Licht gebracht: Die Organisationen Plan International, World Vision, Kindernothilfe und ChildFund dulden vorsätzlich die Genitalverstümmelung an bis zu 400.000 Patenmädchen in 18 Ländern.

Alle Organisationen lehnen es nach wie vor ab, den Verzicht auf diese Gewalt in ihren Förderkriterien zu verankern und zur Bedingung für Hilfsmaßnahmen zu machen und vor allem auch den Schutz vor Verstümmelung von den Empfängergemeinden einzufordern. [Read more...]

Hamburger fordern Schutz vor Genitalverstümmelung

 

Zum ersten Mal seit dem Start der Patenmädchen-Kampagne im September 2009 haben wir heute an einem Informations-Stand in Hamburg Unterschriften für den Schutz der (Paten-)Mädchen vor Genitalverstümmelung gesammelt.

Mit überwältigender Resonanz: Mehr als 1.000 Petitionsbriefe  können dank der regen Beteiligung von Hamburgern und Gästen aus dem In- und Ausland in den nächsten Tagen an die Organisationen PLAN International, World Vision, Kindernothilfe und ChildFund Deutschland gesendet werden.

Anlass der Patenmaedchen-Kampagne ist die skandalöse Tatsache, dass die genannten Organisationen bis zu 400.000 Patenmädchen in 18 Ländern schutzlos der Genitalverstümmelung ausliefern und sich weigern, den Verzicht auf die Verstümmelung in ihren Förderkriterien festzuschreiben, aktiv von den Entscheidungsträgern einzufordern und im Rahmen der Gesundheits-Checks zu überprüfen. 

Es hat uns nicht überrascht, dass fast alle, die ihre Unterschrift zur Stärkung der Petition geleistet haben, zumindest über Grundkenntnisse über das Thema “Genitalverstümmelung” verfügen. [Read more...]

Offener Brief an den Bundespräsidenten

Shamsa profitiert im Projekt CAFGEM/Kenia bereits von Unversehrtheits-Checks.  Die Patenmädchen von PLAN hoffen auf diese rettende Maßnahme bislang vergeblich.

Shamsa profitiert im Projekt CAFGEM/Kenia bereits von Unversehrtheits-Checks. Die Patenmädchen von PLAN hoffen auf diese rettende Maßnahme bislang vergeblich.

Zeichen setzen für den Schutz von Mädchen vor Verstümmelung

Hamburg, den 06.07.2010. Vertreter des bundesweiten „Bündnis zum Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung“ baten den neuen Bundespräsidenten heute in einem offenen Brief, ein Zeichen zu setzen für die Kinderrechte:

Die Patenschaft seines Amtsvorgängers für das „millionste Patenkind“ von PLAN International solle der Bundespräsident erst dann übernehmen, wenn die Organisation ihre Duldung gegenüber Genitalverstümmelung in den Hilfsprojekten einstellt. Denn weder verankert PLAN den Verzicht auf diese Gewalt in den Förderkriterien noch wird er von den Empfängergemeinden eingefordert. Die jährlichen Gesundheitskontrollen aller Kinder werden nicht genutzt, um die Unversehrtheit der Mädchen zu prüfen.

Diese Duldungspolitik ist nicht nur Betrug an [Read more...]

Marie Nareku über Unversehrtheitskontrollen

Kenia, im Mai 2010. Die Schirmherrin der TaskForce, Marie Nareku erklärt:

Medizinische Check-ups sind der einzige Weg, die Unversehrtheit der Mädchen sicherzustellen!

Durch dieses Instrument kann nicht nur messbarer Schutz für die Kinder erreicht werden. Vielmehr wird verhindert, dass die Praktik im Geheimen fortgeführt wird, denn Verstümmelungen würden nun systematisch aufgedeckt. [Read more...]

Neue Maßstäbe beim Mädchenschutz: CAFGEM in Kenia

Die Kinderrechtsorganisation TABU e.V.  unterstützt seit mehr als 10 Jahren das Projekt CAFGEM in Kenia und setzt mit den Ergebnissen neue Maßstäbe:

Denn die Unversehrtheit der Mädchen wird durch einen kurze und schmerzlosen Check-up medizinisch kontrolliert. Das ist bisher einmalig. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Mädchen nicht doch heimlich verstümmelt werden. Nach der Untersuchung bekommt jedes Mädchen eine “Unversehrtheits-Urkunde” und es wird gefeiert… [Read more...]

Ja: Genitalverstümmelung und Unabhängigkeit der Frauen haben miteinander zu tun: Aber anders, als Sie denken.

Bei einem Meinungsaustausch heute ging es darum, dass Frauen unabhängig werden müssen, dann wird auch die Verstümmelung aufhören.

Vielleicht ist Ihnen diese Aussage auch schon einmal begegnet. Sie basiert auf dem Wissen dass die wichtigste Ursache der Verstümmelungen in den Abhängigkeitsverhältnissen zu finden ist.

Ganz ehrlich: Auch ich war jahrelang davon überzeugt, dass gravierende, patriarchal konstruierte Abhängigkeiten von Frauen gegenüber Männern DIE Ursache dafür sind, dass so etwas wie Genitalverstümmelungen überhaupt möglich wird – und man zunächst versuchen müsse, eben diese Ursache zu beseitigen.

Heute weiß ich, dass das nur die halbe Wahrheit ist – und aus einem ganz simplen Grund NICHT funktionieren kann: [Read more...]

Genitalverstümmelung und der Irrweg namens “Aufklärung”

Was die Umwege, Irrwege und den Weg zum Ziel voneinander unterscheidet.

Den TAZ-Artikel, um den sich schon mein gestriger Beitrag drehte, nehme ich mir heute noch einmal vor, denn er demonstriert beispielhaft die unreflektierte, irreführene aber leider gängige Botschaft, dass das Ende von Genitalverstümmelungen auf dem Weg der ”Bildung und Aufklärung” zu erreichen sei.

Um diesen Weg als Mythos zu entlarven – und mit aller Vehemenz zu widersprechen, muss ich keine Hellseherin sein. Im Gegenteil: ein aufmerksamer Blick in die Vergangenheit und Gegenwart reicht vollkommen aus:

Nach mehr als 30 Jahren intensiver ”Aufklärung”, vor allem in den afrikanischen Verstümmelungs-Ländern sollte endlich eingesehen werden: Das muss der falsche Weg sein – denn er hat zu praktisch keiner Veränderung, d.h. zu keinem Ende der Verstümmelungen geführt. [Read more...]

Genitalverstümmelung und der Sadismus der TäterInnen

…und die Frage, wann der Westen endlich aufwacht,

drängt sich mir heute Morgen bei der Lektüre eines aktuellen TAZ-Artikels auf:

“Mit den Eisenstäben werden die Mädchen…geschlagen, damit sie brüllen wie Affen…Mit den Rasierklingen wird ihnen die Klitoris abgeschnitten…”

Die Einzelheiten der Bestialitäten, die den Opfern zusätzlich zur Verstümmelung ihrer Genitalien zugefügt werden, dürften die Grenze des Erträglichen bei Menschen mit einigermaßen ausgebildeter Empathiefähigkeit schnell überschreiten [Read more...]

10.000 Menschen für den Schutz von Mädchen in Entwicklungshilfeprojekten

Es ist soweit: Heute durften wir auf Facebook die zehntausendste Unterstützerin unserer Patenmädchen-Kampagne begrüßen.

Die TaskForce hat als Teil des “Bündnis zum Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung” im September 2009 diese einzigartige Kampagne mit initiiert, die weltweit zum ersten Mal die Verstümmelung von Patenmädchen in Entwicklungshilfeprojekten thematisiert.

In dieser Kampagne geht es nicht nur um Kritik an der Verstümmelungs-Duldungs-Politik der Organisationen Plan International, World Vision, Kindernothilfe und ChildFund (CCF), sondern vor allem um eine praktikable, effiziente und sogar messbare Lösung, die sicheren Schutz der Mädchen gewährleisten kann. [Read more...]

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